Unterkühlung und Erfrierungen sind zwei unterschiedliche Phänomene bei zu hohem Wärmeverlust, der vom Organismus nicht ausgeglichen werden werden kann. Während die Unterkühlung den ganzen Körper und speziell den Kreislauf betrifft, sind Erfrierungen vor allem lokale Schäden betroffener Körperregionen.
Unterkühlung (Hypothermie)
Kältezittern, Schmerzen und starker Pulsanstieg (Tachykardie) können schon bei einer Körpertemperatur von 34 Grad oder darüber auftreten (Stadium I). Warme Getränke sind hier ein probates Gegenmittel. Muskelzittern erhöht den Sauerstoffbedarf um das bis zu Fünffache, bringt aber auch mehr Wärme.
Vom Stadium II spricht man beim Erreichen einer Körpertemperatur von 27 bis 34 Grad Celsius. Betroffene werden apathisch und schläfrig, es treten Muskelstarre und zu langsamer, unregelmäßiger Herzschlag auf. Wärmeisolierung zur Verhinderung weiterer Auskühlung ist hier samt Abtransport ins Spital die empfohlene Maßnahme. Hinzu kommen Sauerstoffgabe, der Blutzucker muss überwacht werden. Notärzte wenden auch Wärmepackungen an. In der Klinik wird dann oft eine Herz-Lungen-Maschine verwendet.
Stadium III (unter 27 Grad Körpertemperatur) bedeutet Koma, Kältestarre und/oder Atem- bzw. Herz-Kreislauf-Versagen. Sie machen Reanimationsmaßnahmen bis zur Einlieferung in eine Intensivstation (Herz-Lungen-Maschine) notwendig. Sowohl im Stadium II als auch im Stadium III ist der "Afterdrop" gefürchtet: Kommt der Patient in eine wärmere Umgebung, kann trotzdem noch das Körperinnere weiter abkühlen.
Erfrierungen
Erfrierungen sind lokale Gewebeschädigungen, die von Durchblutungsstörungen hervorgerufen werden. Neben Kälte und Wind kann auch Nässe dafür sorgen, dass die Blutzufuhr zu sehr verringert wird. Zu erkennen sind Frostfolgen anfangs vor allem durch Schmerzen, Gefühllosigkeit und Blässe. Diese oberflächlichen Erfrierungen (Stufe 1) sind auch durch eine blaurote Verfärbung gekennzeichnet.
Bei einer tiefergehenden Schädigung (Stufe 2) bilden sich Blasen und die Haut zeigt eine weiße bis graublaue Schattierung. Die Bewegungsfähigkeit ist eingeschränkt, Berührungen werden nicht mehr wahrgenommen oder schmerzen stark. Bei der schlimmsten Form der Erfrierung - Stufe 3 - stirbt das Gewebe ab und es drohen irreparable Schäden. Körperteile wie Finger oder Zehen müssen amputiert werden.
Direkte Wärme - zum Beispiel heißes Wasser - ist bei Erfrierungen keinesfalls ratsam. Besser ist es, die Temperatur an betroffenen Körperstellen langsam in einem beheizten Raum oder mit Decken zu erhöhen. Wärmflaschen sollte man besser nicht einsetzen, auch ein Einreiben oder Frottieren mit Schnee ist nicht hilfreich. Wenn innerhalb einer Stunde die Schmerzen nicht nachlassen und die Haut eine Verfärbung zeigt, muss man jedenfalls einen Arzt aufsuchen.
(APA)

17.3°C
13.3°C






