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Gesundheitskolumne II

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Querschnittslähmungs-Forschungszentrum in Salzburg

30.01.2012 - 14:55
70 Mio. Euro für klinische Forschung© APA (dpa/tmn/Jens Schierenbeck)70 Mio. Euro für klinische Forschung

Für ein neues Querschnittslähmungs-Forschungszentrum an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg stellt Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz 70 Millionen Euro zur Verfügung. Internationale Experten sollen hier in einem interdisziplinären Team Grundlagenforschung und klinische Forschung betreiben.

Neben der PMU sind auch das Land Salzburg, die Salzburger Universitätskliniken, Red Bull und die gemeinnützige Stiftung "Wings for Life" an dem Großprojekt beteiligt. "Die Querschnittslähmung ist eine bisher nicht heilbare Verletzung, die durch eine Schädigung des Rückenmarks infolge einer Wirbelsäulenverletzung hervorgerufen wird. Bei einer kompletten Querschnittslähmung treten zusätzlich noch Störungen der Blasenfunktion auf. Um Patienten gut versorgen zu können, benötigt es ein interdisziplinäres Team. Dieses wird durch die Zusammenarbeit mit den Salzburger Universitätskliniken für Unfallchirurgie, Neurologie, Urologie und Transfusionsmedizin geschaffen", erklärte Herbert Resch, Rektor der PMU, bei einer Pressekonferenz in Salzburg.

Die Idee für das Zentrum kam von der 2004 gegründeten Stiftung "Wings for Life". Das Querschnitt- und Gewebegenerationszentrum Salzburg an der Paracelsus Medizinischen Universität wird sich vier Forschungsbereichen widmen: der Stammzellenforschung, mit dem Ziel der Regeneration von Nervenzellen, molekularer Ansätze, um die durchtrennten Nervenfasern wieder auswachsen zu lassen und um die Nervenbindungen wieder herzustellen, weiters der Verhinderung des Folgeschadens nach Rückenmarksverletzung sowie Kompensationstherapien, das heißt Stimulation von Nerven, Elektrostimulation des Rückenmarks und Rehabilitation.

Im Querschnitt- und Gewerberegenerationszentrum soll die experimentelle Grundlagenforschung mit klinischer Forschung verbunden werden. Im Zentrum der Grundlagenforschung wird das GMP-Labor (Good Manufacturing Practice) stehen, das für die Herstellung jeglicher Zellprodukte für den klinischen Einsatz am Menschen wichtig sein wird. "Anfangs wird für die Patienten kein großer Unterschied zu spüren sein, aber langfristig profitieren sie natürlich von dieser innovativen Forschung. Wie lange das dauern wird, ist jedoch schwer zu sagen. Einige Projekte werden bereits in einigen Jahren umsetzbar sein, vielleicht wird es auch schon in fünf bis sechs Jahren einen Durchbruch geben, das ist schwer vorauszusagen", so Eva Rohde, Vorstand der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin der PMU.

Für die Grundlagenforschung wird gegenüber der Universität in der Strubergasse ein neues Gebäude errichtet. Dieses soll eine Bruttonutzfläche von rund 8.000 Quadratmetern bieten. "Das Bewilligungsverfahren ist im Laufen, der Baubeginn wird im Frühjahr sein. Ende 2013 sollte das Gebäude fertig sein", sagte Michael Nake, Geschäftsführer der PMU.

(APA)

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