Quelle: ZAMG

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ZDF zeigt Abnehm-Doku "Fett weg!"

20.07.2011 - 15:09
Dr. Schusdziarra (m.) hilft einer Kandidatin© APA (ZDF/Philippe Wagner)Dr. Schusdziarra (m.) hilft einer Kandidatin

Regelmäßig füllen sich die bunten Blätter mit allerlei Ideal-Diäten, die jede Frau zur Angela Jolie, jeden Mann zum Brad Pitt mit Waschbrettbauch machen sollen. "Unsinn!", meint der Ernährungswissenschafter Volker Schusdziarra und fordert "Vergesst die Diäten!". Das eigene Credo des Gastroenterologen lautet: "Satt essen und abnehmen!"

Man soll das essen, was einem schmeckt, auch in reicher Menge, aber es muss das Richtige sein, erläutert der Internist und Gastroenterologe am Münchner Klinikum rechts der Isar, der wohl schon an die 25.000 übergewichtige Patienten betreut hat. Sehr wohl das Steak. Auch den Salat. Aber nicht die Pommes. Und man kann dazu auch mal Wasser statt Bier trinken.

Schusdziarras Anleitung war Impuls für die ZDF-Doku-Serie "Fett weg!", die an drei Sommer-Samstagnachmittagen (23.7. um 13.55 Uhr, 30.7. und 6.8. jeweils um 14.00 Uhr) zeigt, wie man abnehmen kann ohne Qual - durch Bewegung, durch richtige Ernährung. Immer gelingt das aber nicht. Auch die Seele spielt da mit: Wenn ein pubertierender Teenager wie aus Protest gegen die überschlanken Eltern alles in sich hineinstopft, was er bekommen kann, helfen noch so raffinierte Ernährungspläne nicht.

Aber Autor Karlo Malmedie (Buch und Regie) ist überzeugt: "Das Prinzip ist schon richtig." Er, mit ein paar Kilos zu viel ausgestattet, hat es an sich selbst erprobt und verkündet stolz, sein Idealgewicht habe sich annähernd eingestellt.

Ein Jahr lang hat er sechs Kandidaten aus einigen Dutzend Bewerbern bei ihren Bemühungen um weniger Kilos beobachtet. Es sollten keine Extremfälle sein, und "irgendwelche Ekelbilder wollten wir ganz bewusst vermeiden". Hier traten Menschen wie die Powerfrau Stevani an, die sich voll Elan auf das Training stürzte, der einstige Dressman Daniel, der nun nur noch für Übergrößen posierte, der bereits von Diabetes bedrohte Rainer, der in seiner Heimat Düsseldorf um keinen Schnellimbiss einen Bogen machen konnte.

Kleines Showtalent war Voraussetzung. Alle sechs Kandidaten bewegen sich mit bemerkenswerter Sicherheit vor der Kamera, sind auch zu lächelnder Selbstironie fähig. So Stevani beim Anblick einer Kletterwand, die sie nun gleich erklimmen soll: "Dorthin gehören keine Walfische!" Aber sie kletterte trotzdem.

Ihnen allen standen Helfer zur Seite: als medizinischer Berater Volker Schusdziarra, als Sportler der Hamburger Coach Marco Santoro sowie der Star-Koch Holger Stromberg, der sonst die Fußballnationalmannschaft bekocht. Sein Umgangston ist zwar hochgradig gewöhnungsbedürftig ("Stell dich nicht an wie eine Memme!" zu einem Kandidaten, der keine Leber mochte). Seine Ernährungstipps scheinen jedoch gezündet zu haben.

Das Wichtigste jedoch: Alle um etliche Kilos erleichterte Kandidaten fühlten sich am Ende wohler, waren mehr als vorher mit sich und ihrer Seele im Einklang. Was man bei den sonst häufig marktschreierisch angebotenen Diäten selten sagen kann. Wieder spricht Malmedie aus Erfahrung: "Ich war danach für Familie und Kollegen ein Problem. Und mein früheres Gewicht hatte ich bald wieder drauf."

INFO: http://fett-weg.zdf.de

(APA/dpa)

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