Quelle: ZAMG

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Dr. Erdal Cetin

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Sensible Blase in der Schwangerschaft

24.07.2016 - 11:21
In der Schwangerschaft haben Frauen zum Teil mit vielen Herausforderungen zu kämpfen: Heißhungerattacken, morgendliche Übelkeit oder auch Vergesslichkeit. Das Spektrum der Veränderungen ist groß. Doch auch die Blase ist während und auch nach der Schwangerschaft besonders sensibel, worüber aber selten gesprochen wird. Dabei ist das ganz natürlich und absolut kein Grund, sich nicht darüber auszutauschen.
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Ursachen einer sensiblen Blase

Der Grund für eine sensible Blase ist ganz einfach zu erklären. Während der Schwangerschaft bereitet sich der Körper auf die Geburt vor. Damit das Kind bei der Geburt aus dem Becken gepresst werden kann, wird das Gewebe bereits in der Schwangerschaft um einiges weicher. Außerdem produziert die Blase mehr Urin und zusätzlich drückt die Gebärmutter auch noch auf die Blase, weshalb schwangere Frauen häufiger das Bedürfnis verspüren, auf die Toilette zu gehen. Auch durch Lachen oder Niesen wird Druck auf die Blase ausgeübt, sodass es zu einem plötzlichen Harnverlust in kleinen Mengen kommen kann. Um dies zu umgehen, können Frauen dem mit speziellen Übungen bereits vor der Schwangerschaft vorbeugen. Aber auch während und nach der Schwangerschaft sollte die Beckenbodenmuskulatur nicht vernachlässigt werden.

 

Rauchen und Übergewicht belasten

Die Beckenbodenmuskulatur unterstützt den unteren Teil der Harnröhre sowie die Schließmuskeln. Außerdem sorgt sie dafür, dass die Blase bei zusätzlichem Druck – beispielsweise durch Husten, Lachen oder Hüpfen - reflektorisch gegenhält, sodass es nicht zu ungewolltem Urinverlust kommt. Um den Muskel für die Schwangerschaft zu stärken, sollten Frauen (jedes Alters) regelmäßig ihre Beckenbodenmuskulatur trainieren. Übungsanleitungen dafür findet man ganz einfach im Netz, wie beispielsweise auf tena.at. Zur Risikogruppe unter den Frauen, die von einer sensiblen Blase betroffen sein können, gehören etwa Frauen mit erhöhtem Körpergewicht, da das zusätzliche Gewicht die Beckenbodenmuskulatur strapaziert. Auch starker Husten schwächt den Beckenboden, wodurch oft Raucherinnen stark betroffen sind.

 

 Aktiv bleiben

Auch während der Schwangerschaft ist es nicht verkehrt, den Beckenboden weiterhin zu trainieren. Zusätzlich ist es von Vorteil, wenn schwangere Personen körperlich aktiv bleiben. Natürlich sollten Sportarten vermieden werden, bei denen zu heftige Bewegungen oder Sprünge vorkommen. Hingegen sind sanfte Sportarten wie Yoga, Gymnastik oder langsames Tanzen sehr zu empfehlen. Nach der Geburt sollte die frisch gebackene Mutter nur wenig Sport treiben und lieber regelmäßig spazieren gehen. Weiterhin werden ein paar Monaten nach der Geburt spezielle Rückbildungskurse angeboten, bei denen Übungen durchgeführt werden, die Spätfolgen vorbeugen und die Beckenbodenmuskulatur stärken und daher sehr zu empfehlen sind.

 

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