Quelle: ZAMG

Gesundheitskolumne

Kolumne

Dr. Erdal Cetin

Kolumne

Die häufigsten Folgeerkrankungen von Adipositas (Fettleibigkeit)

11.09.2015 - 09:26
Adipositas (auch sogenannte Fettleibigkeit) bezeichnet sehr starkes, nahezu krankhaftes Übergewicht bei einem Menschen. Als adipös gilt jemand, dessen Body Maß Index (das Verhältnis zwischen Größe und Gewicht) bei einem Wert von über 30 liegt.
© http://www.healthexpress.de/folgen-uebergewicht-adipositas.html

 Menschen mit Fettleibigkeit in Österreich

 Wie auch in vielen anderen Ländern hat sich in Österreich die Fettleibigkeit zu einer echten Volkskrankheit entwickelt. Die Zahl der stark übergewichtigen Erwachsenen, aber auch der Kinder, ist in den letzten Jahren stark angestiegen.

So sind in Österreich gut 41 Prozent der Erwachsenen in der Bevölkerung übergewichtig, davon sind 10 Prozent adipös.

 Ungefähr 19 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind in Österreich adipös. Allerdings ist es nicht nur die Fettleibigkeit an sich, die den Menschen gesundheitliche Beschwerden bereitet, auch die Folgeerkrankungen und Kosten, die dadurch entstehen, stellen ein echtes Problem dar.

 Folgeerkrankungen von Adipositas

 Neben den allgemeinen körperlichen Beschwerden wie fehlender Ausdauer, schneller Erschöpfung, starkem Schwitzen und Atemlosigkeit, gibt es noch eine Vielzahl von Folgen, die dauerhaft und schwer die Gesundheit beeinträchtigen können. Es gibt sehr häufige Erkrankungen, die aufgrund starker Fettleibigkeit entstehen.

 1) Hypertension (Bluthochdruck)

 Das bezeichnet einen zu hohen Blutdruck, der als Folge des starken Übergewichtes entsteht. Dies ist die häufigste Nebenerscheinung bei Fettleibigkeit, die wiederum noch zu weiteren Krankheiten führt. So steigt durch einen dauerhaft zu hohen Blutdruck beispielsweise das Risiko der Arterienverkalkung, die dann auch die Herzkranzgefäße schädigen kann.

 2) Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

 Je größer die Körpermasse und der Fettanteil ist, je höher ist auch das Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken. Diese Art von Diabetes wird auch Typ 2 genannt. Sie wird immer mehr zu einer Volkskrankheit. Es handelt sich dabei um eine chronische Stoffwechselerkrankung, die den Blutzuckerspiegel steigen lässt. Dieses führt dann zu einer langfristigen Erkrankung der Blutgefäße und der Nerven. Dies kann auch viele andere Organe schädigen, wie zum Beispiel die Nieren und auch die Netzhaut eines Menschen und somit auch zu bleibenden Schäden führen.

 3) Koronare Herzkrankheit

 Mit zunehmender Körpermasse steigt das Risiko der Verkalkung der Herzkranzgefäße. Auch die Blutfettwerte verschlechtern sich und das Risiko einen Herzinfarkt (Myokardinfarkt) zu bekommen steigt deutlich an. Der Herzinfarkt ist dann das Resultat all dieser Folgeerscheinungen und dieser kann im schlimmsten Falle auch tödlich enden.

 4) Gelenkbeschwerden

 Die sogenannte Arthrose entsteht, da die Gefäße bei adipösen viel schlechter versorgt werden. Die Gelenke nutzen sich durch die starke Belastung viel mehr ab und verkalken schneller, da diese zu viel Gewicht tragen und halten müssen. Dadurch haben fettleibige Menschen häufig starke Schmerzen gerade in den Kniegelenken, die das Gewicht kaum tragen können.

 5) Krebserkrankungen

 Studien zeigen, dass bei adipösen Menschen häufiger Krebserkrankungen auftreten. Dies ist dann bei den Geschlechtern wiederum unterschiedlich. Währen fettleibige Frauen häufig an Gebärmutterhalskrebs, Eierstockkrebs und Blutkrebs erkranken, leiden Männer eher unter Prostatakrebs. Dies ist wohl auch auf eine durch die Fettleibigkeit bedingte Hormonveränderung zurückzuführen.

 6) Fettstoffwechselerkrankungen

 Dies ist eine krankhafte und grundlegende Veränderung der Stoffwechselvorgänge im menschlichen Körper. Diese können über Gicht, Diabetes, bis hin zur Schilddrüsenfehlfunktion gehen. All dies kann von starkem Übergewicht begünstigt werden.

 7) Hormonstörungen

 Auch der Hormonhaushalt kann bei Fettleibigkeit beeinflusst werden. Dies kann weittragende und sehr negative Folgen haben. So haben es beispielsweise adipöse Menschen schwerer ein Kind zu bekommen, da oftmals die Fruchtbarkeit stark eingeschränkt ist. Auch der Zyklus der Frau kann bei Übergewicht stark gestört sein, da der Hormonhaushalt einfach nicht mehr stimmt. Die Regelblutung kann hier sehr unregelmäßig auftreten, beziehungsweise auch ganz ausbleiben.

 8) Psychosoziales Leiden (Depressionen)

 Durch das starke Übergewicht leiden viele Betroffene an einem geringen Selbstwertgefühl. Sie machen sich oft selber sehr starken Druck und Vorwürfe, die den adipösen Zustand oft noch verschlimmern. Dies kann bei einigen Menschen bis hin zu einer Depression und Angstzuständen führen. Oft führt dieser Zustand dann zu neuen Essattacken, da so das vermeidliche das Leid für einen Moment gemildert wird. Dies entwickelt sich dann zu einem Kreislauf, der nur schwer durchbrochen werden kann.

 Quellen:

www.apotheken-umschau.de

www.gesundheit.de

www.healthexpress.de

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