Quelle: ZAMG

Gesundheitskolumne

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Dr. Erdal Cetin

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Cannabis in medizinischer Anwendung: THC oder CBD?

26.10.2014 - 13:39
Wissenschaftlicher Durchbruch oder vage Hoffnung: Sind berauschende und heilende Wirkungen von Cannabis in der Anwendung trennbar?

Cannabis findet immer mehr in der modernen Medizin als natürliches Produkt seine Anwendungsgebiete. In Deutschland wird derzeit noch darüber diskutiert, ob man die Nutzung für medizinische Zwecke lockern sollten.Bisher kann man nur unter ganz bestimmten Umständen als Patient Cannabis verschrieben bekommen. Allerdings: Cannabis ist nicht gleich Cannabis. Wenig bekannt ist, dass es einen Unterschied zwischen den enthaltenden Wirkstoffen THC und CBD (steht fürCannabidiol) gibt. Das Cannabidiol kann man heutzutage vor allem als CBD Öl erwerben.

Das Cannabidiol ist ein bestimmtes Cannabinoid, das in Hanfblättern vorkommt wie auch im Cannabis-Produkt. Der Wirkstoff THC wiederum, der bekannt für seine beruhigende bzw. erheiternde Wirkung ist, kommt zwar öfter vor und ist der maßgeblich "beliebtere" Teil für die meisten Konsumenten, weil er psychedelisch wirkt. Aber das CBD hat Vorteile, einen Rausch zu erzeugen. Das bedeutet: wer CBD konsumiert, wird nicht "high" sein.

 

Cannabis-Wirkstoff ohne berauschende Wirkung?

Das CBD gilt heutzutage als wichtiges und wertvolles Nahrungsergänzungsmittel. Es bringt einige erstaunliche Wirkungen mit sich: So fungiert es etwa antibakteriell. Menschen mit Zahnfleischproblemen können damit ihren Körper von problematischen Bakterien mit CBD entlasten. Auch Entzündungen können gehemmt werden.

Der Wirkstoff beginnt auch Einzug zu halten in der Behandlung von psychologischen Störungen: Es wird ihm linderne Wirkung bei Angstzuständen sowie bei Panikattacken nachgesagt. Anders als beim THC können dank eines breiten Wirkungsgrades so gut wie jegliche Schmerzen positiv beeinflusst werden, ohne Auswirkungen auf den Geisteszustand des Patienten zu nehmen.

Einen großen Erfolg feierte der Wirkstoff bei der Behandlung von Epileptikern. Die Anfälle konnten in bestimmten Versuchsreihen um bis zu 50% reduziert werden. Das britische Arzneimittel Epidiolex soll ohne die Beigabe von THC und nur auf CBD basierend eine wirksame Therapie einleiten können. Die Erkenntnisse dienen derzeit einem Schnellverfahren zur Zulassung des Medikaments. Das ist nicht nur ein großer Erfolg für leidende Epileptiker, sondern auch für den generellen Umgang sowie das Image von Marihuanaprodukten.

Der entscheidende Schlüssel liegt darin, die Wirkstoffe - in diesem Fall das Canabidiol - abzutrennen, sodass kein THC mehr vorhanden ist und Rauschzustände als Nebenwirkung produziert. Die Unterscheidung zwischen den Wirkstoffen könnte auf lange Sicht einer Legalisierung beziehungsweise einer Entkriminalisierung von Hanfprodukten prinzipiell förderlich sein.

 ag/red

 

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