Quelle: ZAMG

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Dr. Erdal Cetin

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Auf langes Haar muss man lange warten

04.09.2012 - 11:57
Besonders die Spitzen brauchen Pflege© APA (dpa/Daniel Modjesch)Besonders die Spitzen brauchen Pflege

Irgendwann ist man kurz davor, die Haare doch wieder abzuschneiden. Der Pony hängt in die Augen, aber der Schopf ist zu kurz für einen Pferdeschwanz. Das Warten, bis die Haare lang gewachsen sind, nervt. Es sei denn man kennt die Tricks der Friseure.

Schönes langes Haar ist nie out. Und es ist der Traum vieler Mädchen und Frauen. Das Warten darauf kostet jedoch Geduld. Aber die gute Nachricht lautet: Die Überbrückungsphase geht mit den richtigen Zwischenschnitten und einer reichhaltigen Pflege ohne Frust vorbei.

Dazu gehört, immer wieder ein wenig an Länge zu lassen. Denn die wichtigste Regel auf dem Weg zur vollen Mähne lautet: Regelmäßig zum Friseur gehen. Das Haar wächst jeden Monat etwa 0,5 bis 1,5 Zentimeter, erklärt Friseurmeister Jens Dagné aus Worms, der Vorstand in der Friseurvereinigung Intercoiffure Deutschland ist. "Wer langes Haar will, der tut gut daran, alle acht Wochen etwa 0,5 Zentimeter von den Spitzen abschneiden zu lassen." Das verhindere Spliss.

Dagné rät allerdings davon ab, selbst Hand anzulegen - und wenn doch, nur eine Profischere zu verwenden. Denn die billige Haushaltsschere zerreiße förmlich das Haar. Die Folgen seien Spliss und stumpfes Haar. Grundsätzlich gelte: Je schärfer und sauberer das Haar geschnitten wird, desto besser. Genauso verhalte es sich mit Kämmen und Bürsten. "Testen Sie am Handrücken, ob Ihr Heimwerkzeug nicht scharfkantig ist und damit die Haare traktiert", empfiehlt Dagné. Horn- und Holzkämme sollten billige Metallkämme ersetzen, zum Föhnen eignen sich Naturborsten.

Kurzes Haar wird nur zu schönem langen Haar, wenn es gesund bleibt. Eine Spülung nach dem Waschen reicht laut Friseur Manfred Kraft aus Ottobrunn bei München nicht aus. "Regelmäßige Haarkuren sind wichtig." Nach dem Waschen dürfe man das Haar auf keinen Fall trocken rubbeln, sondern nur die Feuchtigkeit vorsichtig auswringen oder ins Handtuch drücken. Ein Hitzeschutzprodukt bewahrt das Haar vor dem Austrocknen durch warme Föhnluft.

Für den Übergang muss ein Schnitt her, der sich zum Weiterwachsen eignet. Das bedeutet, Nackenpartien und der Bereich um die Ohren bekommen regelmäßig einen Schnitt, aber das kurze Deckhaar wächst herunter. Hat es die Länge der Kontur erreicht, wächst der Schopf insgesamt weiter, bis er bei einer Bob-Linie angekommen sei. "Die Bobform ist überhaupt die schönste Art, um die Haare wachsen zu lassen, da man immer einen erkennbar guten Schnitt hat", sagt Kraft. "Und damit das nicht zu langweilig wird, kann man den Bob ruhig ein bisschen stufiger schneiden lassen."

Stufen gleichen außerdem Längenunterschiede aus, erklärt Stefanie Köhn, Friseurmeisterin aus Wetzlar und Präsidentin des Bundes Deutscher Haarformer. Allerdings darf die Frisur nicht zu fransig sein, da die ausgedünnten Spitzen leicht brechen. Bei besonders feinem Haar helfe eine Verdichtung oder Verlängerung. "Auf diese Weise kommt man seinem Ziel ein Stückchen näher." Außerdem seien die eigenen Haare geschützt und so in der Lage, auf die Länge des künstlichen Haarteils zu wachsen.

Besonders lästig ist ein Pony, der wachsen soll - er hängt in die Augen. "Von einem kurzen Pony kann man in einen Schrägpony oder einen Halbpony übergehen, der zur Seite frisiert wird", rät Friseur Kraft. Er sollte so geschnitten werden, dass er weich in die seitlichen Haarpartien übergehe.

In der Übergangszeit zur langen Mähne muss mehr und aufwendiger gestylt werden. Gel, Wachs und Spray halten die Mähne im Zaum - und das darf durchaus in größeren Mengen als üblich verwendet werden, sagt Köhn. "Man kann mit Haarklammern oder mit einem Haarreif arbeiten, um die Frisur in Form zu halten."

Auch wenn lange Haare ein Traum vieler Frauen sind: Nicht jedem stehen sie. Und auch dann sollten sie maximal bis zur Mitte des Rückens reichen, sagt Friseurmeisterin Köhn. Zu langes Haar kann die Trägerin kleiner wirken lassen und sie optisch erdrücken. Auch im wahrsten Sinne des Wortes: "Die Haare sind dann derart schwer, dass man sie nicht mehr richtig stylen kann. Die Folge: Sie hängen nur noch herunter. Das hat mit einer Frisur nichts mehr zu tun", erklärt Köhn.

Kraft findet, wirklich langes Haar sei nur etwas für Jüngere. Er rät dazu bis zu einem Alter von 25 Jahren. Bei Frauen über 60 sollte der Schopf nicht über die Schultern reichen. Denn sie wirkten beim Versuch, mit einer Mädchenmähne jung auszusehen, eher älter, erklärt der Friseur. Letztlich ist es aber auch eine Typfrage: Passen Haarlänge und Proportionen der Trägerin einfach zusammen, ist die Mähne ein Hingucker.

(APA/dpa)

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