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Airbag für Skirennfahrer in Entwicklung

20.01.2012 - 14:33
Noch ist unklar, wie "D-air" ausgelöst werden soll© APA (Robert Jäger)Noch ist unklar, wie "D-air" ausgelöst werden soll

Der Weltverband (FIS) und die italienische Firma Dainese arbeiten an einem Airbag für die Athleten des alpinen Ski-Weltcups. Die "D-air" genannte Innovation soll bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi ausgereift sein. "Wir sind mit unseren Bemühungen weiter als viele Leute glaube", meinte FIS-Herren-Renndirektor Günter Hujara am Donnerstag in Kitzbühel.

Dainese arbeitet im Motorrad-Rennsport bereits seit einem Jahrzehnt an derartigen Schutzsystemen, im Skisport feilt man erst seit knapp drei Jahren daran. Derzeit werden seit Kvitfjell 2011 mit in die Rückenprotektoren integrierten Systemen bei Weltcups (Training und Rennen) Daten gesammelt, zur Verfügung gestellt haben sich dafür u.a. Aksel Lund Svindal, Erik Guay, Kjetil Jansrud, Jan Hudec und Werner Heel. Auch Kristian Ghedina, der im Weltcup als erster Athlet einen Dainese-Protektor getragen hat, arbeitet am Projekt mit.

Der Airbag öffnet sich in 40 Millisekunden, nach 100 Millisekunden ist der volle Schutz gewährleistet. 85 Prozent der Kräfte sollen damit aufgefangen werden können. Dabei sollen nicht nur Schulter und Brust, sondern Kopf, Genick und auch die Knie der Sturzopfer geschützt werden. Ende 2012 sollen die ersten Prototypen fertig sein, 2013 soll zur Feinabstimmung genützt werden.

Wie der Airbag ausgelöst werden soll, darüber herrscht aber noch Unklarheit. Ein "Notfall-Knopf", der entweder vom Rennfahrer selbst oder von einem Außenstehenden gedrückt werden könnte, scheint ausgeschlossen. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Airbag auf eine spezielle Bewegung oder Position des Rennfahrers reagieren wird. Bei einem eventuellen Fehlalarm soll es dem Fahrer weiter möglich sein, die Kontrolle über Ski und Körper zu behalten.

"Wir möchten den exakten Moment bestimmen, an dem ein Skirennfahrer keine Kontrolle mehr hat und ein Sturz unvermeidbar ist, um das Airbag-System zu perfektionieren", meinte Hujara.

Ein möglicher Einsatz für den Breitensport ist noch nicht bekannt.

(APA)

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