Quelle: ZAMG

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Dr. Erdal Cetin

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Bart und Bartkultur im Mode-Hoch

01.10.2014 - 17:46
Bart ist in. Daher auch seine Pflege: Die Anzahl der Striche, der Druck und das Straffen der Haut – wie die perfekte Rasur gelingt, ist sogar auch eine kulturelle Sache.

Hipster Look & Co. - noch nie gab es einen derartigen Hype und alles, was mit Bärten und Rasieren zu tun hat. Wie Mann seinen Bart trägt, ist ebenso wichtig, wie die Auswahl des richtigen Rasierequipments. Beides ist eine Sache des persönlichen Geschmacks - aber auch der Herkunft! Jeder rasiert sich ein wenig anders, und Forschern von Rasierer-Herstellern ist aufgefallen, dass es kulturell bedingte Unterschiede bei der Rasur gibt.

 Die Grundsatzfrage: nass oder trocken? Beeinflusst wird man in der Entscheidung von der Sozialisation – also wie sich beispielsweise der Vater rasiert hat – und andererseits von kulturellen Rahmenbedingungen: In Europa und den USA setzen rund 70 Prozent der Männer auf eine nasse Rasur, während in China und Indien mehr und mehr Menschen auf einen Elektrorasierer zurückgreifen. Grund dafür ist, dass in China sehr viele Burschen ein Internat besuchen, es dort nur wenige Waschbecken gibt und man sich somit unabhängig von fließendem Wasser rasieren können muss.

In Indien ist das ähnlich: Hier ist der Zugang zu Wasser ebenfalls eingeschränkt, deswegen sitzen viele Inder am Boden, vor sich eine Schale Wasser, in die dann der Rasierer eingetaucht wird. Aufgrund der technologischen und preislichen Weiterentwicklung der Elektrorasierer wird der Kauf eines solchen in Ländern wie China und Indien immer beliebter.

 

6 Monate rasieren

Früh übt sich, denn der durchschnittliche Bartträger beginnt bereits im Alter von 13 Jahren mit der Rasur und stellt diese mit etwa 85 Jahren wieder ein. Der tägliche Aufwand von ca. fünf Minuten wirkt nur auf den ersten Blick gering. Ganze sechs Monate seines Lebens widmet Mann der Pflege des Gesichtshaares. Davon profitiert auch der traditionelle Beruf des Barbiers. In Italien ist beispielsweise der Gang zur professionellen Bartrasur eine generationenübergreifende Institution – schon seit Jahrzehnten.

Weil der Rasur-Kult auch auf Länder wie Deutschland und Österreich überschwappt, sprießen mehr und mehr Barbiersalons aus dem Boden. Dort bekommt das Hygieneritual oftmals einen ganz anderen Charakter als zu Hause vor dem Spiegel: Umgeben von duftenden Gesichtsölen, gestreichelt vom weichen Dachshaar des Pinsels und sitzend in einem weich gepolsterten Stuhl mit einem Glas Scotch in der einen, und einem Magazin in der anderen Hand, ist das Rasieren keine lästige Verpflichtung mehr, sondern Wellness vom Feinsten. Und immer mehr Menschen ist es wert, dafür Geld auszugeben.

 Natürlich lässt sich mit Kult auch Cash machen: So finden sich Dutzende Online-Shops, ganze Produktwelten - von der Klinge bis zu Pflegelotionen für Haut und Barthaar bieten, garniert mit Typ-, Haut- und Stilberatung.

Das Bart-Styling ist natürlich nicht nur Hygienefrage, sondern ein Statement nach auße - das, laut einer amerikanischen Studie, auch ankommt: 63 Prozent der befragten Frauen geben an, offener für romantische Erlebnisse zu sein, trägt der Mann einen - gepflegten - Bart. Und: Acht von zehn Frauen attestieren Bartträgern besondere Attraktivität. 

Links:

Entwicklung der Elektrorasierer

Tipps für richtiges Rasieren

Studie „Facial Hair in Global Perspective“

 

red/ag

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