Quelle: ZAMG

Gesundheitskolumne

Kolumne

Dr. Erdal Cetin

Kolumne

Kräuterwürze als "Geheimwaffe" gegen Winterspeck

01.10.2012 - 10:47
Bitterstoffe regen Stoffwechsel an© APA (dpa/Bamboo Garden)Bitterstoffe regen Stoffwechsel an

Der Frühling zieht ins Land und nur mehr ein Sprung trennt von der nach Idealmaßen schreienden Bikinisaison. Statt Chips und Schokolade zu verbannen, sollte die Küche besser um eine reichlich ausgestattete Gewürzlade erweitert werden. Die richtigen Kräuter wirken positiv auf den Stoffwechsel und können somit beim Abspecken helfen, weiß Ernährungsberaterin und TCM-Expertin Claudia Nichterl.

Nur ein Beispiel: Die Bitterstoffe in vielen Gewürzen wie Kurkuma, Gelbwurz oder auch Basilikum sind der Gegenspieler von Süßgelüsten und unterdrücken Keks-Mampf-Attacken. "Die Funktion der Gewürze hat sehr viel mit der Verdauung zu tun", erklärte Nichterl im APA-Gespräch. "Die Bitterstoffe aktivieren Leber und Galle und dadurch funktioniert der Stoffwechsel." Fast alle Gewürze - ob Lorbeerblatt oder Senfkörner - haben eine verdauungsfördernde Wirkung.

Ganz besonders wird dieser Effekt Chilis und Curry-Mischungen nachgesagt. Das liegt laut Nichterl vor allem an der Schärfe, die indirekt für einen Fatburning-Effekt sorgt. Man isst aufgrund der Schärfe langsamer, kaut besser und verspeist dadurch generell weniger - gleichzeitig hat man mehr Durst und trinkt größere Mengen, betonte die Ernährungsberaterin. "Es ist eine Kombination aus mehreren Dingen. Eine Chili bedeutet nicht automatisch drei Kilo weniger."

Inne wohnt dem Prinzip der schlanken Küche dank der richtigen Würz-Kombination ein einfaches Prinzip: Wenn Essen schmeckt, ist man zufrieden und daher früher satt. Laut den Grundlagen der Chinesischen Medizin sollte bei jeder Speise etwas von allen fünf Geschmacksrichtungen dabei sein, dann wird der Körper auf der feinstofflichen Ebene befriedigt, erklärte Nichterl. Passiert dies beim Essen nicht, hat man nicht genug und will mehr.

Dieses Wissen habe sich auch in der traditionellen europäischen Küche niedergeschlagen, in der beim Reiskochen eine mit Nelken gespickte Zwiebel dem Gaumen das gewisse Etwas vermittelt. "Es kann auch Österreichische Küche gesund sein, wenn man nicht nur Schnitzel ist", betonte Nichterl. Wichtig sei, sich auf das Ursprüngliche und einfache Rezepte wie Karfiol mit Brösel und Ei zu besinnen. Auch Bitterstoffe finden sich in unvermuteten Zutaten unserer Breitengrade: Löwenzahn, der wie Schnittlauch frisch gehackt unter viele Speisen gemischt werden kann. Bittereffekte haben außerdem auch getrocknete Schalen von Zitrusfrüchten und Tomatenmark.

Schade sei es, dass viele Gewürze in ihrer Wirkung noch sehr wenig erforscht seien, meinte Nichterl. Angetan habe es der Wissenschaft derzeit der Zimt, der eine Blutzucker senkende Wirkung haben soll. Klar festgeschrieben ist punkto Würze jedenfalls eines: Zu viel Salz, das sich vor allem in Fertigprodukten und Snacks versteckt, ist nicht gesund. Auch Brot liefert davon jede Mengen. Statt zum Salzstreuer sollte man daher lieber einmal mehr zu Pfeffer und Co greifen.

(APA)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech