Quelle: ZAMG

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Oppenheimer und Mahler im Belvedere

06.10.2010 - 08:00
Das Ölgemälde 'Die Philharmoniker' im Belvedere© APA (Jäger)Das Ölgemälde 'Die Philharmoniker' im Belvedere

Max Oppenheimers (1885-1954) wohl berühmtestes Werk, das fünf mal drei Meter große Ölgemälde "Die Philharmoniker", das Gustav Mahler als Dirigent des Wiener Orchesters zeigt, ist Mittel- und Ausgangspunkt für die Ausstellung "Max Oppenheimer - Mahler und die Musik" im Oberen Belvedere. Der 150. Geburtstag Mahlers (1860-1911) war Anlass für die Schau im Rahmen der Reihe "Meisterwerke im Fokus".

Bereits 1926 hatte Oppenheimer in Berlin begonnen, "Die Philharmoniker" zu malen, fertiggestellt wurde es erst 1952 im Exil in New York. "Was mich berührt, ist, wie wichtig Oppenheimer dieses Bild war", sagte Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco. "Er hat sich immer gewünscht, dass es an einem prominenten Platz in Wien ausgestellt wird." Mahlers "Symphonie Nr. 4 in G-Dur", laut Kurator Alexander Klee "der Auslöser für Oppenheimer, dieses Bild zu malen", ist im Raum zu hören, in dem das Monumentalwerk nun prominent zu sehen ist.

Der österreichische Maler war schon früh mit Musik in Berührung gekommen, so Klee, "sein Vater war Verleger einer Musikzeitschrift und Bewunderer von Brahms und Beethoven". Die Fachkenntnis Oppenheimers, der selbst als hervorragender Violinist galt, zeigt sich auch in seinen Werken. So finden sich im ersten Raum der Ausstellung rein auf die Musik ausgerichtete Werke, von "Die Philharmoniker" bis zum Bildnis des "Klingler-Quartett" (1917), in dem der Wiener lediglich die Hände der Musiker beim Musizieren malte. Mahler und Oppenheimer teilten biografisch große Affinitäten, so Klee: "Sie hatten beide ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Wien, haben die Stadt aber immer vermisst, wenn sie nicht dort waren."

Der zweite Ausstellungsraum ist den "Freundschaften" Oppenheimers gewidmet, zu sehen sind unter anderem Porträts von Arnold Schönberg (1910), Anton Webern (1909) und den Brüdern Mann (Heinrich Mann, 1910; Thomas Mann, 1926). Auch ein Werk von Oskar Kokoschka, "Der Rentmeister" (1910), ist in der Schau vertreten. Mit dem expressionistischen Maler verband Oppenheimer erst eine enge Freundschaft, später eine durch Neid ausgelöste Feindschaft. Die beiden bewegten sich einst in ähnlichen Kreisen, so Klee, Oppenheimer habe die schönste Zeit seines Lebens in Wien verbracht, Freundschaften zu Adolf Loos, Alban Berg und vielen weiteren Künstlern aufgebaut. "Oppenheimer hat sich immer stark an Oscar Wilde orientiert", so Klee über das Wesen des Malers, "er war ein Dandy bis in die Haarspitzen."

INFO: "Meisterwerke im Fokus: Max Oppenheimer - Mahler und die Musik", Ausstellung. Von 23. September 2010 bis 13. Februar 2011, täglich von 10 bis 18 Uhr. Oberes Belvedere, Prinz Eugen-Straße 27, 1030 Wien. Weitere Informationen unter http://www.belvedere.at.

(APA)

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