Quelle: ZAMG

Interviews

Frida Gold geht es vor allem um Musik

22.03.2011 - 08:00
Frida Gold wollen auch 'das Auge füttern'© APA (Warner)Frida Gold wollen auch 'das Auge füttern'

Frida Gold ist eine Momentaufnahme der aktuellen Popmusik: Die Single "Zeig mir wie du tanzt", Vorbote der LP "Juwel", der deutschen Band glänzt mit trendigen Electro-Elementen, Sängerin Alina reiht sich mit Aussehen und Outfits in die Riege der Modeikonen am Mikrofon. Aber das ist nicht alles.

"Bei allem Glamour und Glitzer, der uns jetzt schon nachgesagt wird, und den es ja auch gibt, geht es uns immer um die Musik, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht anders aussieht", sagte die 25-Jährige im Interview mit der APA in Wien. Alina Süggeler hat Model-Erfahrung (für eine Bekleidungskette) und prägt mit ihrer Erscheinung die Fotos und Videos ihrer Gruppe. Frida Gold funktioniert allerdings als Kollektiv, wie Bassist Andi Weizel beteuerte. "Die Musik entsteht aus einem Spannungsfeld in uns und zwischen uns innerhalb der Band." Dass Medien Alina vereinnahmen könnten, nimmt er, der zusammen mit der Sängerin alle Lieder komponiert hat, gelassen.

Die Bedeutung der Optik ist den beiden Deutschen auch klar: "Der richtige Style spielt eine große Rolle. In dem Moment, wo das Ohr aufhört, fängt das Auge an. Das Auge muss man auch füttern." Alina schränkte zugleich ein: "Man darf Show und Musik so viel kombinieren, wie man möchte, solange die Musik im Vordergrund steht. Ich möchte immer auch ganz leise Töne haben, die nicht von pompösen visuellen Effekten überlagert werden."

"Ja, klar" passe die Single gut ins Jahr 2011, meinte Alina. Zugleich ergänzte sie: "Unsere Songs kann man auch nur mit Gitarre oder am Klavier spielen, denn auf diesen Instrumenten sind sie entstanden. Das Soundgewand ist natürlich abhängig vom Zeitgeist. Wir haben relativ klassisches Songwriting und dann aber einen instrumentalen Überbau, der in dieser Zeit gut funktioniert. Es gibt allerdings Momente auf der Platte, die nicht so modern klingen. Unterschiedlichen Einflüsse sind spürbar."

Das Album "Juwel" erscheint im April, eine Platte, "die eine riesen Tour gemacht hat", wie Alina berichtete. "Die Songs sind vor zweieinhalb Jahren zwischen mir und Andi entstanden. Wir waren damals ein Paar, haben zusammen gelebt und Songs geschrieben. Wir haben gemerkt, dass meine damalige Band den Weg ändern muss. Gar nicht, was die Musik betrifft, sondern die Einstellung. Andi hat mir die Ruhe und die Kraft gegeben, den Blick nach innen zu wagen. Wir haben gemeinsam angefangen zu kreieren und zu empfinden, was Frida Gold jetzt ist."

Aufgenommen wurde in Dänemark, dann in Köln und in Hamburg, aber auch im eigenen kleinen Studio. Am Abend vor dem Abgabeschluss wurden die Aufnahmen zum Mastern in die USA geschickt. "Da hatte man neun Monate Arbeit und 20.000 Kilometer hinter sich - und in der letzten Minute wurde das alles nach Amerika durchgewunken. Das war ein befreiender Moment", so der Bassist.

Frida Gold würde man eher in Hamburg oder Berlin beheimatet sehen, die Formation kommt allerdings aus dem wenig glamourösen Hattingen bei Bochum. "Kreativität entsteht meistens gar nicht in den Metropolen. Sie wird eher von außen in diese hineingetragen", betonte Alina. "Zu Beginn der Arbeiten an der Platten haben wir uns vom Weltgeschehen eher abgeschottet. Wir sind aus anderen Städten in unsere Heimat, ins Ruhrgebiet, zurückgekehrt, haben den Blick nach innen gerichtet und nach dem gesucht, das wir wirklich machen wollen, wie wir klingen wollen. Wir haben aus uns geschöpft, hatten Ruhe - fernab von allen hippen Strömungen der Großstädte."

INFO: Frida Gold: "Juwel", Warner Music Austria, www.fridagold.com

(APA)

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