Quelle: ZAMG

Interviews

Deutsche Band Selig mit neuer Platte

01.10.2010 - 08:00
Selig mit "seligste aller Selig-Platten"© APASelig mit "seligste aller Selig-Platten"

Der selige Sound geht weiter: In den 1990er Jahren wurde die Band Selig als "German Grunge" gefeiert. Es folgte der große Krach, zehn Jahre Pause und das erfolgreiche Comeback im vergangenen Jahr. Am Freitag (1. Oktober) erscheint das fünfte Album "Von Ewigkeit zu Ewigkeit". "Es ist eine sehr extreme Platte", sagt Sänger Jan Plewka.

"Wir hatten seit unserer Wiedergeburt eine durchwegs positive Zeit. Das Urvertrauen ist wieder da. Wir sind noch mehr zusammengewachsen", so Plewka weiter. Seit Mitte Jänner - solange wie noch nie - haben Christian Neander (Gitarre), Leo Schmidthals (Bass), Malte Neumann (Keyboard), Stephan "Stoppel" Eggert (Schlagzeug) und Plewka am neuen Album gearbeitet. Herausgekommen sind 16 kraftvolle Songs - traurige Balladen, aber auch lebensbejahende positive Stücke. Mit der ersten Singleauskoppelung - einer ergreifenden Liebeserklärung, die ebenfalls "Von Ewigkeit zu Ewigkeit" heißt - treten die fünf bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest an.

"Es ist die seligste aller Selig-Platten", erklärt Plewka. Sie reflektiere das gesamte bisherige Schaffen. Es gehe um all die Höhen und Tiefen in der Geschichte der Band: "Alles, was wir so durchgemacht haben, den Wahnsinn, das Burn-Out. Wir waren arrogant und größenwahnsinnig und in Überschallgeschwindigkeit unterwegs. Irgendwann sind wir darüber gestürzt, und jetzt können wir endlich auch darüber Texte schreiben."

In den 1990er Jahren galt Selig als eine der wichtigsten deutschen Bands. Die Musiker wurden als "German Grunge"- oder "Hippie Metal"- Heroen gefeiert. Sie veröffentlichten drei Alben mit Songs wie "Sie hat geschrien", "Ohne Dich" oder "Ist es wichtig", gewannen einen Echo und verfassten den Soundtrack zum Kinofilm "Knocking on Heaven's Door". Dann die überraschende Trennung: "Wir haben uns damals zu viel um Selig und zu wenig um uns gekümmert", erklärt Bassist Schmidthals.

In den nächsten Jahren verfolgten die Musiker eigene Projekte. Gitarrist Neander gründete die Band Kungfu, Plewka tourte mit Rio-Reiser-Stücken durchs Land und spielte mit Eggert und Schauspieler Mark Harloff in der Band TempEau. "Die zehn Jahre Pause mussten sein, damit die Wunden verheilen, die wir uns damals zugefügt haben", sagt der 39 Jahre alte Frontmann.

Die Reunion im vergangenen Jahr war gelungen: Das Album "Und endlich unendlich" stieg auf Platz fünf der Charts ein. Danach tourten sie durch die Lande, spielten in kleinen Clubs und bei Rock am Ring: "Jetzt bei den Festivals habe ich sogar 14-Jährige gesehen, die die alten Lieder mitgesungen haben. Die müssen sie bei ihren Eltern im Schrank gefunden haben", sagt Plewka. "Inzwischen sind drei Generationen auf den Konzerten, das ist sehr schön."

Der jüngste Erfolg zeige, dass Selig kein Zeitgeist-Phänomen der 1990er gewesen sei, sagt der Sänger. "Unsere Musik hatte damals genauso ihre Berechtigung wie heute und wie übermorgen." Genaue Pläne, wie es nach der nächsten Tour weitergehe, hätten die fünf noch nicht geschmiedet. Aber eins steht für Plewka fest: "Ich werde gerne alt mit dieser Musik."

INFO: Selig, "Von Ewigkeit zu Ewigkeit", Universal, 2751339.

(APA/dpa)

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