Christmas in Vienna und 90 Jahre Burgenland, die Scorpions und die Tiger Lillies, Jose Carreras und Wolfgang Ambros, Ludwig Hirsch und Boney M.: Christian Kolonovits ist ein Mann der Widersprüche - oder besser gesagt, der vielen Facetten. Am 25. Februar feiert der Komponist und Arrangeur seinen 60. Geburtstag.
Seit seiner Geburt im burgenländischen Rechnitz 1952 hat sich der Sohn eines kroatischen Vaters und einer ungarischen Mutter zu einem der erfolgreichsten Musikschaffenden Österreichs gemausert. Bereits mit fünf Jahren begann Kolonovits, Klavier zu lernen. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Wien wechselte er an die Musikhochschule, wo er neben Piano und Cello auch Dirigieren und Komposition studierte. Seine Brötchen verdiente er damals bereits als Studiomusiker, Barpianist und Mitglied diverser Bands.
Ab den 1970ern begann sein Engagement in der entstehenden Wiener Austropopszene, unter anderem am Klavier der Band Milestones. Spätestens mit dem Hit "Hollywood", 1974 geschrieben für Waterloo & Robinson, machte Kolonovits sich einen Namen. In Folge arbeitete er für praktisch die gesamte Riege der Austropopper von Georg Danzer über Peter Cornelius, von Rainhard Fendrich über Ludwig Hirsch, von STS über EAV bis zu Franz Morak.
Mitte der 1970er erfolgte dann der Wechsel nach Deutschland, wo er sich in der Hitfabrik von Frank Farian engagierte, der unter anderen Boney M. unter Vertrag hatte. Zugleich gründete Kolonovits seine Rockgruppe Einstein und produzierte sein Soloalbum "Life is just a carnival".
Anfang der 1980er kehrte der Musiker nach Wien zurück und engagierte sich wiederum im Austropop - und nicht nur hier. 1977 und 1993 dirigierte Kolonovits das Orchester für den Österreichbeitrag beim Grand Prix Eurovision de la Chanson. Daneben entstanden Kompositionen für Theater und Fernsehen, darunter für Xaver Schwarzenberg oder Peter Weck. Nach der Gründung seines Labels "homebase-records" Ende der 1990er Jahre entstanden Produktionen wie "Ambros singt Moser", "Ambros singt Waits" und zuletzt "Ambros Symphonisch".
Freunde der konzertanten Musik erschloss sich Kolonovits auch durch seine Zusammenarbeit mit den Wiener Symphonikern. Ab 1986 entstanden unter dem Titel "Vienna Symphonic Orchestra Project" (VSOP) gemeinsame Interpretationen von Popnummern im Klassikgewand. Hierdurch gerieten Kolonovits Fähigkeiten als Arrangeur verstärkt in den Blickpunkt. In Folge schrieb er Arrangements für die "Christmas in Vienna"-Konzerte, unter anderen mit Placido Domingo, Jose Carreras und Luciano Pavarotti.
Auch für das Eröffnungskonzert der Weltausstellung in Hannover im Jahr 2000 wurde Kolonovits engagiert, bevor er 2003 die künstlerische Leitung der Linzer Klangwolke übernahm. Zuletzt fungierte er im November als künstlerischer Gesamtleiter der ORF-Gala "90 Jahre Burgenland".
2004 gründete er das Festival Vox Pannonica, für das er Musicals wie "Coming home" oder "Csaterberg" schrieb. Für die Vereinigten Bühnen Wien lieferte der Komponist das Musical "Die Habsburgischen", für die Volksoper das Kinderstück "Antonia und der Reißteufel". Darüber hinaus arbeitet Kolonovits auch weiterhin im Filmbereich und steuerte 2008 etwa zu Philipp Stölzls "Nordwand" den Soundtrack bei.
Und nicht zuletzt ist der Musiker auch mit der englischen Kultband Tiger Lillies eng verbunden. So war er an deren Produktion von "The Little Match Girl" ebenso beteiligt wie an "Die Weberischen" oder "Woyzeck & Tiger Lillies", das im Vorjahr im Museumsquartier Uraufführung feierte.
(APA)

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