Mit der Ballade "Jar Of Hearts" begann für die 25-jährige US-Musikerin Christina Perri ein Bilderbuch-Start ins Musikbusiness. Es war ihre erste professionelle Aufnahme, die im Juli 2010 veröffentlicht wurde und die schließlich in den USA Doppel-Platin erhalten sollte. Es folgte ein Major-Deal und das Debüt-Album "Lovestrong" (Warner), das vergangenen Freitag auch in Österreich erschienen ist.
"'Jar of Hearts' hat 220.000 Einheiten verkauft, bevor ich noch einen Plattenvertrag hatte. So kam ich auf eine eher außergewöhnliche Weise ins Musikbusiness", erinnert sich Perri im Gespräch mit der APA in Wien.
"Die Dinge, die man fürchtet, sind die Dinge, die man tun sollte", lautet ihr Motto als Künstlerin, denn die größte Angst von Perri war es anfangs vor Publikum zu spielen. Der Erfolg und die damit einhergehende Öffentlichkeit ängstigt sie jedenfalls keineswegs: "Bis jetzt habe ich nicht das Gefühl, dass ich etwas verstecken müsste. Ich bin seit dem Beginn wie ein offenes Buch", gibt sich Perri extrovertiert: "Ich bin offenherzig, denn so schreibe ich, so trete ich auf und so lebe ich." Vom Stimmumfang her lässt Perri aufhorchen. Gesangstraining nimmt sie zwar erst seit mehr als einem Jahr, doch bereits vorher bekam sie professionelle Hilfe bei der Stimmentwicklung, nämlich bei ihrer Arbeit im Theater und auch in einem Chor. "Für einen Stimmtrainer fehlten mir vorher noch die finanziellen Ressourcen."
Dabei geht es auf "Lovestrong" durchaus auch düster zur Sache, gerade in der zweiten Hälfte des Albums, das Titel wie "The Lonely", "Sad Song" oder "Tragedy" enthält. Ob da der Plattenfirma nicht doch ein wenig mehr Sonnenschein recht gewesen wäre? "Ich kam zu einem Major-Label, als man bereits wusste, dass das, was ich tue, auch funktioniert. Sie vertrauten darauf, dass das, was ich tue, authentisch ist", sah sich die Musikerin aus Philadelphia mit einer souveränen Ausgangslage gesegnet. Die Legende vom Erfolg über Nacht will sie dabei nicht gelten lassen: "Es ist immer witzig für mich, wenn ich lese, dass ich eine 'Overnight-Sensation' bin. Es sind zwar erst zwei Jahre, in denen ich im Musikbusiness existent bin. Songs schreibe ich aber bereits seit ich 15 Jahre alt bin."
Für ihr Debüt konnte Perri dabei Produzenten-Größe Joe Chiccarelli gewinnen - für sie die perfekte Lösung,. "Man drängte mich vor den Aufnahmen ein wenig, eine Entscheidung zu fällen, ich ließ mir aber Zeit und schaute mir erst einmal die Alben an, die mir am besten gefielen und wählte mir so meine fünf Lieblingsproduzenten aus." Die Arbeit an 'Lovestrong' nahm schließlich knappe drei Wochen in Anspruch. Eine Zeit, die die Sängerin auch emotional forderte, da sie sehr unterschiedliche Gefühle in den Songs ausdrücken musste. "Die Songs auf dem Album umfassen zehn Jahre meines Lebens, von meiner ersten Liebe angefangen", so Perri. Obwohl Beziehungen ein Hauptthema sind, geht es nicht nur ums Zwischenmenschliche allein. "In 'Lonely' geht es um die Beziehung zur Einsamkeit, in 'Sad Song' um das Verhältnis zu sich selbst", erklärt Perri. Ihre Themen seien jedenfalls nicht der Sonnenschein oder über eine gute Zeit im Club zu singen, "das ist was für andere Leute, mich inspiriert die Liebe."
INFO: Christina Perri: "Lovestrong" von Warner. Homepage der Künstlerin: http://www.christinaperri.com/
(APA)

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