Quelle: ZAMG

Interviews

Kollegen trauern um Ludwig Hirsch

24.11.2011 - 15:42
Für Fendrich war Hirsch ein Seelenfreund© APA (Georg Hochmuth)Für Fendrich war Hirsch ein Seelenfreund

Musikerkollege Rainhard Fendrich zeigte sich angesichts des Ablebens von Ludwig Hirsch in einer ersten Reaktion "tief traurig, bestürzt und erschüttert darüber, wie verzweifelt ein Mensch sein muss in dem Moment, wo er beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen".

Er habe Hirsch "als exzellenten Schauspieler und als introvertierten, sehr feinsinnigen Künstler" kennengelernt, "der mit seiner Stimme Menschen verzaubern konnte", wie Fendrich in einer Aussendung mitteilen ließ. "Er war ein Seelenfreund, den ich sehr geschätzt habe", so Fendrich, der sich derzeit in Spanien aufhält. Beide hätte ihre Liebe zum Theater besonders verbunden. "Er war für mich eine Art Initialzündung dafür, dass man als Schauspieler auch ein erfolgreicher Sänger werden kann." Fendrich wünscht ihm, "dass ihn sein 'großer, schwarzer Vogel' dorthin getragen hat, wo alle seine Qualen ein Ende haben". Auch für Marianne Mendt "ist wieder ein ganz Großer gegangen", wie sie die APA wissen ließ. "Ich bin schockiert und traurig."

Betroffen zeigte sich auch der Seifert Verlag, der im vergangenen Jahr Hirsch Textsammlung "Ich weiß es nicht, wohin die Engel fliegen" veröffentlichte, in einer Aussendung. Man habe ihn als einen "gewissenhaft und unbeirrbar seinem Künstlertum" verpflichteten Menschen kennengelernt, der bescheiden und zurückhaltend "stets seinen hohen Prinzipien gehorchte".

Nicht nur als Liedermacher und Schauspieler wurde der heute, Donnerstag, im Alter von 65 Jahren verstorbene Ludwig Hirsch gewürdigt: "Er war auch ein österreichischer Autor mit Wurzeln in der neuen österreichischen Dialektdichtung", so IG Autoren-Geschäftsführer Gerhard Ruiss in einer Aussendung. Hirsch sei zwar "wie viele andere Künstler dieser Zeit genauso von der Austro-Pop-Welle erfasst" worden, "er war und blieb aber immer der Künstler, der er von Beginn seiner ersten literarisch-musikalischen Auftritte an war". "Es ist also kein Wunder, dass der Austro-Pop durch ihn mitgeprägt wurde und nicht umgekehrt der Austro-Pop ihm seinen Stempel aufgedrückt hat."

"Es gab und gibt keinen zweiten, der auf eine ihm verwandte oder ähnliche Art geschrieben, komponiert und interpretiert hat, eindringlich statt aufdringlich, zurückgenommen statt herausplatzend, überzeugend statt parolenhaft", betonte Ruiss. "Ludwig Hirsch bleibt. Zum Nachlesen, zum Nachhören. In unserem Gedächtnis, in unserer Erinnerung. Wir trauern mit seinen Freunden und seiner Familie."

(APA)

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