Quelle: ZAMG

Interviews

Katie Melua geht mit "The House" andere Wege

26.05.2010 - 11:25
Kein künstlerischer Ausbruch, aber Neuorientierung© APA (dramatico)Kein künstlerischer Ausbruch, aber Neuorientierung

"The House" (Dramatico/Good To Go), das neue Album von Katie Melua, weckt schon durch den Produzenten William Orbit Erwartungen auf neue Facetten im Sound der georgisch-stämmigen Wahlbritin. Diese werden nicht enttäuscht, denn in der Tat macht der unter anderem für seine Arbeit mit Madonna bekannte Orbit das vierte Studioalbum zumindest teilweise zu einer musikalischen Neuorientierung.

"Es war mein Bestreben andere Wege zu gehen", erklärt Melua ihr Vorgehen im Promo-Interview und so setzte sie auch beim Songwriting auf neue Kräfte. Nach drei äußerst erfolgreichen Studioalben verzichtete Melua so erstmals weitgehend auf die Zusammenarbeit mit ihrem Manager und Entdecker Mike Batt, mit dem sie diesmal nur einen Song gemeinsam geschrieben hat. "Viele Menschen fragten mich, ob ich 'The House' als Ausbruch aus meiner Vergangenheit sehe, doch das tue ich nicht", weist Melua aber Spekulationen um eine völlige Neuausrichtung von sich. Gleichzeitig ist sie sich sicher, dass beispielsweise die erste Single "The Flood" ihre alten Fans erstaunen wird.

Fast die Hälfte der zwölf neuen Songs inklusive der Single entstanden mit Guy Chambers, bekannt als ehemaliger Songwriter von Robbie Williams. Für zwei Nummern ("Twisted" und "Plague Of Love") konnte der Hit-Fabrikant Rick Nowels aus den USA gewonnen werden, der unter anderem mit Madonna, Nelly Furtado und Dido zusammengearbeitet hat. Die Balladen, mit denen Melua bekanntwurde, fehlen zwar nicht, doch ansonsten ist "The House" ein sehr poppiges Album geworden. Und die Stimme der 25-Jährigen wirkt inzwischen souveräner und erwachsener. Orbits Mitwirken hat dem Sound dabei sehr gut getan: Die Erweiterung um elektronische Zutaten wirkt nicht wie ein Anbiedern an Trends, sondern trägt durch den dezenten Einsatz dazu bei, "The House" den letzten Schliff zu verleihen.

Trotz dieser neuen musikalischen Konstellationen ist "The House" daher kein wirklicher Bruch zu den ersten drei Studioalben geworden, sondern eine leichte Adaptierung der bisherigen Ausrichtung. Im Resultat klingt das Ergebnis dann überzeugender und abwechslungsreicher als etwa der Vorgänger "Pictures" (2007). "Man sollte keine Angst vor Veränderungen haben und ich erkannte, dass auch ich keine mehr hatte", sagt Melua selbst. Sie sieht das Album inhaltlich als eine Bestandsaufnahme ihrer Person: "Der Albumtitel kann als Metapher für eine Reise ins eigene Ich gesehen werden."

Kommenden November stehen zwei Live-Termine von Katie Melua auf dem Programm. Am 15. November im Haus für Mozart in Salzburg und am 16. November in der Wiener Stadthalle (Halle F).

INFO: Katie Melua, "The House", Dramatico/Good To Go.

(APA)

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