Quelle: ZAMG

Kolumne

Interviews

Perfekte Show von Bon Jovi in Wien

23.07.2011 - 11:29
Lieferte großartige Show ab© APA (epa)Lieferte großartige Show ab

"It's just a big night club", ermuntert Jon Bon Jovi seine Bandmitglieder. Ein ziemlich großer Nachtclub: Mehr 50.000 Fans waren am Freitag ins Wiener Happel Stadion gepilgert. Für Bon Jovi, die ihre Tour zum 30-jährigen Bandbestehen kommende Woche ausklingen lassen, ist es Profi-, vor allem aber auch Ehrensache, einen solchen Nachtclub zu unterhalten:

Mit viel LED, hoher Arbeitsmoral und perfekt geöltem Vintage-Getriebe lieferten die US-Rocker volle drei Stunden lang eine bekömmliche Riesen-Show. Es muss das Gespür für die richtige Dosis sein, das Bon Jovi zu einer der erfolgreichsten Live-Bands aller Zeiten macht: Die Bühne setzt auf gigantische Leinwand und penible Bildregie, dafür spart man sich sonstige Effektchen. Die neueren Hits werden moderat zwischen Klassiker von "Bad Medicine" über "You Give Love A Bad Name" bis zu "Livin On A Prayer" gesetzt. Ein bisschen Nostalgie zu den Anfängen ("Runaway" brachte 1983 den Durchbruch), ein bisschen Weltverbessern (mit entsprechenden Video-Einspielungen), ein bisschen Covern ("Hallelujah"), wenige Balladen ("Always" kam als eine von acht Zugaben), immer neue Erbauungslyrik und jede Menge Rock in Retro-Chic macht Jung und Alt, Hard- und Kuschelrocker und auch ziemlich viele Menschen dazwischen froh.

Nach fast 30 Jahren im Geschäft überraschen die vier US-Granden auch immer noch mit ihrer hohen Live-Disziplin: Da wird pünktlich um 20 Uhr gestartet und drei Stunden lang nicht pausiert. Da gibt es neben der derzeit größten Videowall im Konzertbetrieb auch einen Rundsteg ins Publikum - für die nötige Tuchfühlung. Da kommt kein peinliches Danebenhauen an musikalischer Front vor - neben Jon zeigte sich auch der erst kürzlich aus der Reha zur Tour zurückgekehrte Richie Sambora in bester Form. Da wird mit Zugaben nicht gespart. Da wird von der ersten Nummer an fleißig "Raise Your Hands" geübt. Sogar der Regen hörte pünktlich zum Konzertbeginn auf.

Den Platz auf der Leinwand teilten sich Jon, Richie, Tico und David mal mit dem Dalai Lama, mal mit Striptänzerinnen, mal mit Fans, die "Livin' On A Prayer" bei Youtube gesungen haben, mal mit Alltagshelden vom Feuerwehrmann bis zum Nierenspender. Dann wieder Jons Strahlemann-Lächeln, 18 Meter hoch. Zum Zugaben-Reigen - nach immerhin 20 regulären Nummern von so gut wie jedem Album ihrer Bandgeschichte - hatte er auch die rot-goldene Uniformjacke abgelegt und bekräftigte mit der schlichten Ledernen noch einmal, was 50.000 Fans auch vor diesem Gig zurecht erwartet haben: Dass Bon Jovi ihr Rezept seit drei Jahrzehnten nur geringfügig adaptiert haben. Weil es einfach immer noch stimmt.

(APA)

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