Quelle: ZAMG

Interviews

Buch über Deutsche in Österreich

11.02.2010 - 08:05
Sammlung über Deutsche in Österreich© APASammlung über Deutsche in Österreich

Nicht alle der in Österreich lebenden Deutschen sind in der Kulturbranche tätig. Aber ziemlich viele. Diesen Eindruck erhält man jedenfalls beim Studium eines Büchleins, das unlängst in der Deutschen Botschaft in Österreich vorgestellt wurde. "Wir sind gekommen, um zu bleiben. Deutsche in Österreich" hat Herausgeberin Eva Steffen ihren im Czernin Verlag erschienenen Sammelband genannt.

Durch Numerus Clausus und Wirtschaftskrise sind "die Deutschen" hierzulande im Uni-Betrieb und im Gastgewerbe seit geraumer Zeit unübersehbar. "Das Thema wird aktuell bleiben, solange es eine Binnenwanderung innerhalb dieses deutschsprachigen Gebietes, dieser beiden Staaten gibt, die eine gemeinsame Geschichte und eine gemeinsame Sprache und sonst genug nicht gemeinsam haben", schreibt Herausgeberin Steffen (die geborene Münchnerin lebt seit 2005 in Wien), die ihren Buchtitel der deutschen Band Wir sind Helden verdankt.

"Nationalstolz entsteht oft erst im Ausland, so geht es auch und vor allem den Deutschen in Österreich", so Steffen, die als Beispiel Sarah Wiener zitiert: "Ich fühle mich aus purem Patriotismus und aus Widerspruchsgeist etwas mehr als Deutsche - solange ich in Österreich bin. In Deutschland ist das oft genau umgekehrt." Die prominente Köchin hat übrigens keinen Beitrag verfasst - genauso wenig wie der in Deutschland aufgewachsene "gebürtige Wiener mit genetisch starkem Oberösterreichereinschlag" Stefan Ruzowitzky, der abwinkte: "Tut mir leid, aber Exildeutscher bin ich wirklich nicht!"

Geschrieben haben dafür über zwei Dutzend andere, die Journalisten Peter Blau, Birgit Fenderl, Oliver Lehmann und Christopher Wurmdobler etwa, die Theatermenschen Dorothee Hartinger, Gundula Rapsch, Konstanze Schäfer, Detlev Eckstein und Reinhard Urbach, Verleger Jochen Jung, der langjährige Vorstand des Wiener Publizistik-Instituts Wolfgang R. Langenbucher, Zeichner Tex Rubinowitz oder die Autoren Katrin Mackowski und Thomas Askan Vierich.

Wenig überraschend sind ihre Erfahrungen äußerst vielfältig, doch im Grunde positiv (sonst wären sie ja wohl kaum geblieben). Und ebenso erwartbar bestätigt sich das alte Diktum, wonach Österreich und Deutsche nichts so sehr trenne wie die gemeinsame Sprache. Dazu gibt es mannigfaltige Beispiele, und das dürfte sich auch nicht so rasch ändern, wie auch Birgit Fenderl prognostiziert: "Meine Tochter ist in Wien geboren, ihre Mutter gefühlte Österreicherin mit deutschem Pass, ihr Vater Deutscher. Die Sprachdiskussion in meiner Familie ist also in die nächste Generation gegangen."

INFO: Eva Steffen (Hg.): "Wir sind gekommen, um zu bleiben. Deutsche in Österreich", Czernin Verlag, 168 Seiten, 15.90 Euro, ISBN: 978-3-7076-0305-7.

(APA)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech