Quelle: ZAMG

Interviews

Bücher und Dokumentarfilme über Michael Haneke

04.02.2013 - 14:36
Haneke bietet viel Diskussionsstoff© APA (epa)Haneke bietet viel Diskussionsstoff

Der Siegeslauf seines Films "Amour" (Liebe) führt auch zu vermehrter professioneller Beschäftigung mit dem Schaffen von Michael Haneke: Am 22. Februar, zwei Tage vor der Oscar-Gala, bei der "Amour" gleich fünf Chancen auf die begehrtesten Filmpreise der Welt hat, startet im Wiener Votivkino der Dokumentarfilm "MICHAEL H. profession: director" von Yves Montmayeur.

Der Franzose Montmayeur, der u.a. bereits Filmporträts des chinesischen Regisseurs Johnnie To, des Kameramanns Christopher Doyle oder der italienischen Schauspielerin und Regisseurin Asia Argento gedreht hat, begleitete den Regisseur für seine 90-minütige Doku von Wien bis Paris, von Norddeutschland bis Rumänien zu Dreharbeiten sowie zu Festival- und Presseauftritten. "Einen Dokumentarfilm über einen Regisseur zu machen, der das Erforschen seines Privatlebens kategorisch ablehnt, bedarf eines offeneren Zugangs, der das 'Professionelle' und die strenge Distanz, die bewusst konstruiert wird, durchbricht. Deshalb habe ich mich entschieden, Haneke bei der Arbeit zu porträtieren", sagt Montmayeur. "Nur durch die fast heilige Intimität, die während der kreativen Arbeit entsteht, kann der Mann Michael hinter seinem Werk sichtbar gemacht werden."

Während der Film am 24. Februar auch Teil des Oscar-Spezialprogramms im Votivkino sein wird, läuft bereits am 17. Februar um 23.05 Uhr auf ORF 2 eine 53-minütige Fernsehfassung der Dokumentation. Ihr Titel: "Michael Haneke. Porträt eines Film-Handwerkers".

Wer über Hanekes Werk nachlesen will, kann indes etwa auf Fatima Naqvis Publikation "Trügerische Vertrautheit. Filme von Michael Haneke" (Synema) zurückgreifen. Das komplette Drehbuch zu "Amour" ist mit zahlreichen Filmfotos, Auszügen aus dem Storyboard, die einen spannenden Einblick in die Arbeitsweise Hanekes bieten, sowie einem Werkessay von Georg Seeßlen im Verlag Hanser Berlin erschienen. Der Berliner Alexander Verlag hat unter dem Titel "NAHAUFNAHME Michael Haneke" Gespräche des Regisseurs und Drehbuchautors mit Thomas Assheuer veröffentlicht.

Aus Aktualitätsgründen auf April verschoben hat der Alexander Verlag dagegen das ursprünglich für Februar angekündigte, von Michel Cieutat und Philippe Rouyer herausgegebene Buch "Haneke über Haneke". Schließlich ist es gut möglich, dass am 24. Februar nicht nur ein neues Kapitel der Haneke-Biografie, sondern auch ein kleines Stück Filmgeschichte geschrieben wird.

(APA)

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