Quelle: ZAMG

Interviews

Judenvereinigung gegen Zeremonie von Céline

20.01.2011 - 13:26

Die von dem Nazijäger Serge Klarsfeld geleitete Vereinigung der jüdischen Deportiertenkinder in Frankreich (FFDJF) entrüstet sich darüber, dass der 50. Todestag des französischen Schriftstellers Louis-Ferdinand Céline (1894-1961) auf die offizielle Liste der nationalen Festakte im Jahr 2011 gesetzt wurde.

Celine, der außer hochwertigen Romanen auch aggressive antijüdische Pamphlete verfasst hat, solle von der Liste "unmittelbar abgesetzt" werden, forderte Klarsfeld in einer Aussendung. Man müsse "Jahrhunderte warten, damit man gleichzeitig die Opfer und die Henker feiern kann", liest man in der Aussendung, die fortfährt: "Die Republik muss ihre Werte bewahren: Kulturminister Frédéric Mitterrand muss darauf verzichten, Blumen auf die Erinnerung Celines zu werfen, so wie (Ex-Präsident) Francois Mitterrand verpflichtet war, keinen Ehrenkranz auf dem Grab von (Marschall Philippe) Pétain niederzulegen." Überdies fordert Klarsfeld auch, dass der Beitrag zu Celine aus der Publikation zu den offiziellen Jahrestagen gestrichen werde. Minister Mitterrand wird die Publikation am Freitag bei einer Pressekonferenz offiziell vorstellen.

Celines bedeutendste Werke sind "Reise ans Ende der Nacht" (1932) und "Tod auf Kredit". Der Antisemit und erklärte Anhänger Hitlers war nach dem deutschen Abzug aus Frankreich nach Deutschland und von dort nach Dänemark geflohen und auf französischen Antrag ein Jahr lang in Haft genommen worden. Nach seiner Begnadigung kehrte er 1951 nach Frankreich zurück.

(APA)

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