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"In Flammen": Paul Auster wird 65 Jahre alt

03.02.2012 - 10:37
Austers Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt© APA (dpa)Austers Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt

Wenn Paul Auster schreibt, steht er "in Flammen". 18 Romane hat er schon veröffentlicht, auch unter einem Pseudonym, dazu Gedichtbände, Essays, Drehbücher und Songs. Er gilt als einer der bedeutendsten US-Literaten der Gegenwart. Seine Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt. Am 3. Februar wird der Autor 65 Jahre alt.

Seine Geschichten schlagen die unglaublichsten Haken, brillieren mit einer suggestiven Sprache, psychologischen Beobachtungen und philosophischen Schlüssen. Er sei "vom Schreiben besessen", erzählte der Amerikaner im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Er ist groß, gut aussehend mit den dunklen Augen und immer noch dichten Haaren. Auster wirkt auf Anhieb sympathisch. Keine Spur von Distanz - und das bei einem Autor seines Kalibers. Seine Popularität in Deutschland, Frankreich - überhaupt in Europa - übertrifft noch die im eigenen Land.

Austers Geschichten spielen oft im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Dort wohnt der Autor seit rund 30 Jahren mit seiner Frau, der norwegisch-amerikanischen Schriftstellerin Siri Hustvedt ("Der Sommer ohne Männer"). Das Paar hat eine 24-jährige Tochter namens Sophie, die schon sehr jung als Sängerin und Schauspielerin Erfolge feierte. Ihr erstes Chanson-Album ("Sophie Auster") erntete begeistertes Lob. Die Texte stammten von ihr und dem Herrn Papa. Auster ließ die ebenso schöne wie begabte Tochter auch in seinen Filmen auftreten. Er selbst betätigte sich in "Smoke", "Blue in the Face" und "Lulu on the Bridge", mit Vanessa Redgrave in der Hauptrolle, als Drehbuchautor und Regisseur.

Wie viele seiner Figuren hat auch der "Barde von Brooklyn" bittere Zeiten hinter sich. Am 3. Februar 1947 als Sohn jüdischer Immigranten in der Nähe von New York geboren, will er schon mit 16 Schriftsteller werden: "Das ist eine seltsame Existenz. Du sucht sie dir nicht aus. Du wirst gewissermaßen auserwählt." Nach einem politisch bewegten Literaturstudium und einem dreijährigen Aufenthalt in Frankreich, in dem er mit berühmten Existentialisten in Kontakt war, versucht er, in New York als Autor Fuß zu fassen. Es entstehen vier Gedichtbände, mehrere kurze Stücke, ein Prosaband. Doch Geld kommt nicht herein. Auster muss sich mit einem Lehrauftrag an der Uni und Übersetzungsarbeiten über Wasser halten. 1979 ist er am Ende. Die erste Ehe zerbricht, und er hat nicht einmal mehr genug Geld zum Wohnen.

Mit der "New York-Trilogie" kommt endlich der Durchbruch. Die drei lose miteinander verwobenen Detektivgeschichten "Stadt aus Glas" (1985), "Schlagschatten" (1986) und "Hinter verschlossenen Türen" (1986) schlagen bereits den Ton an, für den der Autor so berühmt wird. Seine oft autobiografisch geprägten Figuren sind schräge, gebrochene Charaktere, die sich auf der Suche nach sich selbst in allerlei Abgründe und düstere Winkel verlieren. Immer wieder ist es der Zufall, das Unvorhergesehene, eine fantastische Wendung, die ihr Leben bestimmt - und die Anlass für philosophische Reflexionen über Kunst und Kultur, Identität, Leben und Tod bieten.

Nach "Mond über Manhattan", "Musik des Zufalls" und "Das Buch der Illusionen" verarbeitet Auster in "Nacht des Orakels" (2003) Erfahrungen mit seinem Sohn aus erster Ehe. Daniel wurde indirekt mit einem Drogenmord in Verbindung gebracht. "Schreiben ist für mich kein Akt des freien Willens", sagt Auster, "es ist eine Frage des Überlebens."

(APA/dpa)

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