US-Bestsellerautor John Grisham hat die geplante Koran-Verbrennung in den USA scharf kritisiert. "Das ist eine Aktion eines sehr intoleranten Menschen. Er ist ein Verrückter, ein religiöser Fanatiker, der Hass verbreitet, anstatt seiner Aufgabe als Pastor nachzukommen", sagte der 55-Jährige am Donnerstag in Hamburg der dpa.
Terry Jones, Pastor einer 50-Seelen-Gemeinde in Gainesville (Florida), hatte dazu aufgerufen, zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September den Koran zu verbrennen. Grisham, der sich selbst als strenggläubigen Baptisten bezeichnet, glaubt aber nicht, dass die Aktion Amerika in ein schlechtes Licht rückt. "Du kannst uns nicht für die Handlungen eines verrückten Typen verantwortlich machen." Problematisch sei, dass die Presse den Vorgang zu einer internationalen Geschichte hochgeschrieben habe. "Es ist sehr frustrierend, dass der Mensch soviel Publicity dafür bekommt, Hass zu verbreiten. Wenn sie ihn einfach ignoriert hätten, würde ihn niemand kennen."
Grisham ist Mitglied der "Southern Baptist Convention". Vor seiner Karriere als Schriftsteller saß der Jurist mehrere Jahre für die Demokraten im Parlament des US-Bundesstaates Mississippi. Der Erfolgs-Autor ("Die Firma") besuchte am Donnerstag erstmals im Rahmen einer Lesereise Deutschland, um sein neues Buch "Das Gesetz" (Heyne Verlag) vorzustellen.
(APA/dpa)

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