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Autor St. Aubyn wurde vom Vater missbraucht

28.12.2011 - 16:03

Der britische Schriftsteller Edward St. Aubyn (51) hat mit Hilfe seiner Bücher das Trauma überwunden, als Kind von seinem Vater sexuell missbraucht worden zu sein. "Ich hatte das Glück, dass mein Vater starb, als ich 25 war", sagte der aus einer wohlhabenden englischen Adelsfamilie stammende Autor in einem Interview des "Zeit"-Magazins.

Erst danach habe er mit seinem Roman "Schöne Verhältnisse" beginnen können. "Ich begann mit den Melrose-Romanen in einer persönlichen Notsituation, die ich über zwanzig Jahre und fünf Romane langsam aufgelöst habe, indem ich versuchte, durch Kommunikation die Isolation aus Scham, Horror, Tabu, Geheimnis, Depression und Selbstmordgedanken aufzulösen." Damals habe er gedacht: "Das bringt dich um, wenn du es nur berührst."

Er wisse nicht, wie es ihm ohne den Tod des Vaters ergangen wäre. Er sei damals in einem ständigen Alarmzustand gewesen und habe kein gesundes Leben geführt, sagte der 51-Jährige, der Drogen nahm und unter Depressionen und Selbstmordgedanken litt. Das Schreiben selbst habe ihm nicht geholfen: "Ich leide furchtbar, wenn ich schreibe, weil ich diese dunkle Materie dann noch einmal durchleben muss, sagte der Autor. Er erklärte: "Der Leser ist der Schlüssel: Erst wenn das Buch gelesen wird, beginnt der Prozess der Befreiung. Dann werde ich von einem anderen menschlichen Wesen verstanden und nicht zurückgestoßen."

(APA/dpa)

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