Quelle: ZAMG

Interviews

Indische Autorin Arundhati Roy wird 50

23.11.2011 - 17:11
Arundhati Roy engagiert sich politisch und sozial© APA (epa)Arundhati Roy engagiert sich politisch und sozial

Eine große Öffentlichkeit nahm erstmals 1997 von Arundhati Roy Notiz. Für viele überraschend wurde die indische Schriftstellerin für ihren Debütroman "Der Gott der kleinen Dinge" mit dem renommierten Booker-Preis ausgezeichnet. Am 24. November wird die streitbare Aktivistin und Essayistin 50 Jahre alt.

Das Buch - bis heute Roys einziger Ausflug in die Literatur - verschaffte ihr neben Bekanntheit auch finanzielle Unabhängigkeit, so dass sie sich fortan politischen und sozialen Themen widmen konnte. Bereits Ende der 90er Jahre wurde Roy Teil der Bewegung gegen den Bau von Staudämmen im zentralindischen Narmada-Tal und die damit verbundene Flutung Hunderter Dörfer. Gemeinsam mit den Betroffenen demonstrierte sie gegen das Megaprojekt, ließ sich festnehmen und vor Gericht stellen. Durch ihre Beteiligung wurden die Protestaktionen auch international stärker wahrgenommen. Der öffentliche Druck führte unter anderem dazu, dass Konzerne wie Siemens aus dem Projekt ausstiegen. Gelöst ist der Narmada-Konflikt indes noch immer nicht.

Mit dem US-Einmarsch im Irak im Frühjahr 2003 begann sich Roy auch wortgewaltig in die Weltpolitik einzumischen. Der Krieg sei "die Zuspitzung von Imperialismus und Neoliberalismus", rief sie 2004 dem Weltsozialforum in Mumbai entgegen. Und wer gegen diesen Krieg sei, dürfe den Widerstand im Irak nicht nur unterstützen, sondern müsse "selbst zum Widerstand im Irak werden". Die Kritik war heftig - auch wenn Roy sich danach vehement zur Gewaltlosigkeit bekannte.

Inzwischen setzt sie sich in ihren Essays wieder verstärkt mit innenpolitischen Problemen auseinander - immer rhetorisch zugespitzt und für die Adressaten der Kritik entsprechend provozierend. Das gilt für den blutigen Armutskonflikt zwischen maoistischen Rebellen und Sicherheitskräften in Zentral- und Ostindien ebenso wie für die Lage in der Krisenregion Kaschmir. Die Regierung droht dann schon einmal mit einer Klage wegen Volksverhetzung. Öffentliche Auftritte werden immer wieder von Gegnern aus dem nationalistischen Lager gestört. Doch Roy hat sich davon bislang nicht zum Schweigen bringen lassen.

(APA/dpa)

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