Quelle: ZAMG

Interviews

Schriftsteller kämpfen für gefährdete Kollegen

09.05.2011 - 16:51

Die Schriftstellervereinigung PEN hat sich auf ihrer Jahrestagung in Ingolstadt für gefährdete Kollegen eingesetzt. Der berberisch-libysche Dichter Rabia Cherir sei verschleppt und von Anhängern des Machthabers Muammar al-Gaddafi gefoltert worden, teilte der Verband am Sonntag mit.

Ihre Empörung äußerten die Mitglieder darüber, dass das offizielle libysche Fernsehen die Folterszenen öffentlich gezeigt habe. Das deutsche PEN-Zentrum bat das internationale PEN-Komitee Writers in Prison (Schriftsteller in Haft), den Schriftsteller Mumia Abu-Jamal wieder auf die Liste der verfolgten und bedrohten Schriftsteller zu setzen. Der 57-jährige wurde 1982 in den USA wegen Mordes an einem Polizisten zum Tode verurteilt. Er sitzt seitdem in Haft. Das Todesurteil wurde 2008 aufgehoben. Seitdem kämpfen Anhänger und Verteidiger vergeblich um seine Freilassung.

In einer Erklärung dankten die Schriftsteller in Ingolstadt dem US-Soldaten Bradley Manning "für den Verrat unwürdiger Geheimnisse" der Dokumente zur US-Kriegsführung im Irak und in Afghanistan über Wikileaks. "Er hat, wenn die Beschuldigung richtig ist, uns allen erleichtert, den Krieg im Irak und in Afghanistan zu beurteilen", hieß es in einer Mitteilung. Sein Beispiel zeige, dass der Geheimnisverrat dem Frieden dienen kann.

Auf dem viertägigen Kongress wurde Johano Strasser als Präsident des Schriftstellerverbandes wiedergewählt. Der 72-Jährige ist seit 2002 im Amt.

(APA/dpa)

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