In der Causa Osterfestspiele sind vorläufig acht Beschuldigte bei der Staatsanwaltschaft Salzburg angezeigt worden. Der entlassene Geschäftsführer der Osterfestspiele, der Belgier Michael Dewitte, und der ebenfalls entlassene technische Leiter der Salzburger Festspiele, Klaus Kretschmer, werden in der Anzeige des "schweren, gewerbsmäßigen Betruges und der Untreue" bezichtigt.
Dewitte wird vorgeworfen, er habe "entgegen den Vereinbarungen zwischen 2002 und 2009 ungerechtfertigt Provisionen in unbekannter Höhe ausbezahlt". Kretschmer soll zwischen 2005 und 2009 ungerechtfertigte Zahlungen aus Nebenbeschäftigungen bezogen haben. Der Schaden für die Festspiele wird mit 713.892 Euro beziffert, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, Barbara Feichtinger, am Freitag.
Weiteren sechs Personen wird Beteiligung an den mutmaßlichen Malversationen durch Teilbeträge angelastet: Rechtsanwalt Christoph Aigner, er ist Zwei-Prozent-Eigentümer der Osterfestspiel-Gesellschaft, und seinem Kanzleipartner Thomas Feichtinger, weiters Paul Kainz von einer Wiener Steuerberatungskanzlei und Johannes Fickenscher von einer Veranstaltungs- und Marketingfirma in Nürnberg sowie Dewittes Ehefrau Ivette Mavas Dewitte und der Buchhalterin Brigitte Kalteis.
Unter Punkt neun der Anzeige wurden noch "allenfalls weitere unbekannte Täter" angeführt. Staatsanwältin Sandra Lemmermayer wird in den nächsten Tagen mit dem Landeskriminalamt über weitere Schritte sprechen. Überlegt wird noch, ob über Dewitte eine Untersuchungshaft verhängt werden soll. Derzeit soll aber laut Feichtinger keine Flucht- oder Verdunkelungsgefahr bestehen.
(APA)

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