Der begehrte Max Ophüls Preis für Nachwuchsfilmer geht in diesem Jahr an den österreichischen Regisseur Markus Schleinzer für den Film "Michael". Das teilten die Veranstalter am Samstag in Saarbrücken mit. Der 96-minütige Film über einen pädophilen Mann, der im Keller seines Hauses einen zehnjährigen Buben gefangen hält, eröffne dem Zuschauer die Täterperspektive eines unglaublichen Verbrechens.
Die Jury lobte den konzeptionellen Mut des Filmemachers. Der Film sei eine "vorsichtige Annäherung an die Abscheulichkeit, die man nicht mehr vergessen wird", hieß es in einer Mitteilung. Die Auszeichnung ist mit 18.000 Euro dotiert.
Hauptdarsteller Michael Fuith wurde der Preis für den besten Nachwuchsdarsteller zuerkannt. Darüber hinaus erhielt Sobo Swobodniks Schwarz-Weiß-Porträt über Hermes Phettberg, "Der Papst ist kein Jeansboy", den Preis für den besten Dokumentarfilm.
Im Wettbewerb des 33. Festivals Max Ophüls Preis waren sieben österreichische Produktionen vertreten. Es gilt als eines der bedeutendsten Foren für Nachwuchsfilmer im deutschsprachigen Raum, an dem heuer rund 90 Spiel-, Kurz-, und Dokumentarfilme um mehr als ein Dutzend Preise konkurrierten.
Schleinzers im Mai 2011 im Wettbewerb von Cannes erstmals gezeigtes Pädophilendrama "Michael" hatte bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Preise erhalten. Der Film wurde unter anderem bei der Viennale, in Zagreb, Mumbai und Haifa ausgezeichnet.
Als beste Nachwuchsdarstellerin wurde Peri Baumeister für ihre Rolle in "Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden" ausgezeichnet. Bei diesem Film führte der Deutsche Christoph Stark Regie.
(APA/dpa)

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