Das Familiendrama "Halt auf freier Strecke" ist der große Gewinner des Bayerischen Filmpreises. Bei der Preisverleihung am Freitag in München erhielt der Film gleich drei "Pierrots": den mit 100.000 Euro dotierten Produzentenpreis für Peter Rommel sowie zwei Darstellerpreise für die Schauspieler Milan Peschel und Steffi Kühnert.
Den undotierten Publikumspreis räumte Regisseur Simon Verhoeven für seinen Film "Männerherzen 2" ab. Er dankte "allen Männerherzen und allen Frauenherzen da draußen", die für seinen Erfolgsfilm abgestimmt hatten. Mutter Senta Berger war stolz. Der Ehrenpreis ging an die deutsche Oscar-Hoffnung Wim Wenders.
"Einen Film wie "Halt auf freier Strecke" zu produzieren, von dem man von Anfang an weiß, dass er eine Zumutung ist und die wenigsten Menschen ihn aushalten können, ist entweder leichtfertig oder besonders mutig und selbstbewusst", hieß es in der Jury-Begründung. Das Drama erzählt die Geschichte eines Familienvaters, der an Krebs stirbt. Die Jury urteilte über die Hauptdarsteller: "Der Zuschauer ist von ihrer beider Spiel erschüttert und zu Tränen gerührt." Peschel und Kühnert bedankten sich, dass sie "als Preußen" in Bayern ausgezeichnet wurden.
Bayerns Ministerpräsident Seehofer würdigte Regisseur Wim Wenders, dessen Dokumentarfilm "Pina" in zwei Kategorien Chancen auf einen Oscar hat für dessen Gesamtwerk. "Wir ehren heute ein Gesamtkunstwerk, das seinesgleichen sucht", sagte Seehofer."Sie haben Millionen Menschen bereichert." Für Wenders, der sich an seine Anfangszeit an der Münchner Filmhochschule erinnerte, gab es Standing Ovations.
Doris Dörrie wurde nur für einen Film ausgezeichnet: "Glück". "Wer Doris Dörries Film "Glück" sieht, wird darin all ihr Können wieder finden", urteilte die Jury. Den Preis überreichte der Autor der literarischen Vorlage, Ferdinand von Schirach. Seine Laudatio gehörte zu den erklärten Höhepunkten des Abends und Dörrie freute sich sehr über ihren, wie sie betonte, "ersten Regiepreis".
(APA/dpa)

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