Quelle: ZAMG

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Wiens "Kino unter Sternen" hört nach 22 Jahren auf

19.07.2018 - 14:17
Am Karlsplatz wird es so bald keine Freiluft-Filvorführung mehr geben© APAAm Karlsplatz wird es so bald keine Freiluft-Filvorführung mehr geben

Am kommenden Samstag findet im "Kino unter Sternen" am Wiener Karlsplatz die letzte Vorstellung statt - nicht nur für diese Saison, sondern für immer. Kuratorin Judith Wieser-Huber wird das Festival nicht mehr weiterführen, wie sie am Donnerstag mitteilte. Das Aus nach 22 Jahren hat finanzielle Gründe. Im Rathaus wird der Rückzug des "Kinos unter Sternen" bedauert.

Mit dem Publikums-Wunschfilm "Halbe Welt" von Florian Flicker endet eine Geschichte, die 1996 im Wiener Augarten begonnen hat. Auf einer eigens aufgebauten Tribüne fanden dort fast 1.000 Menschen Platz - wobei damals für den Kinobesuch noch Eintritt bezahlt werden musste. 2009 erfolgte der Wechsel auf den Karlsplatz, wo die Filme bei freiem Eintritt angeboten werden.

Bereits im Vorjahr wurde eine budgetbedingte Pause eingelegt. Heuer wurde wieder Programm geboten, was laut der Organisatorin an der schwierigen Situation aber wenig geändert hat: "Wien fördert das Festival seit einem Jahrzehnt mit der immer gleichbleibenden Summe, Sponsoren und Kooperationen kommen dazu, können aber die steigenden Kosten nicht ausgleichen."

Mit "dieser knappen Finanzierung ist es unmöglich, Kino unter Sternen weiter zu entwickeln. Eine Weiterentwicklung halte ich aber für notwendig für ein lebendiges Festival. Daher werde ich Kino unter Sternen nicht weiterführen", gab Wieser-Huber bekannt.

Das sei schade, da das "Kino unter Sternen" ein einzigartiges Filmprogramm sowohl aus aktuellen als auch aus filmhistorisch wertvollen österreichischen Filmen biete, das vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen werde, wie sie versicherte. Mit der letzten Vorstellung werden dieses Jahr laut Veranstalter - trotz unbeständigen Wetters und Fußball-WM - voraussichtlich 12.000 Besucher verzeichnet. Der Auftakt erfolgte heuer am 29. Juni.

Die Stadt Wien danke den Organisatoren für die vergangenen 22 Jahre, betonte eine Sprecherin von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) gegenüber der APA. Nicht ganz erfreut ist man im Ressort über die Vorgangsweise. Es sei schade, dass die Veranstalter nicht das Gespräch mit der Stadt gesucht hätten, hieß es. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass das Sommerkino am Karlsplatz die höchste Dotierung aller von der Kulturabteilung geförderten Open-Air-Filmfestivals erhalte. Die Subvention betrage 100.000 Euro pro Jahr, berichtete die Sprecherin.

(APA)

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