Quelle: ZAMG

Interviews

KHM und Eremitage präsentieren Doppelbilder

05.06.2018 - 11:51
KHM-Generaldirektorin Sabine Haag: "Dialog zwischen den Institutionen"© APA (Archiv)KHM-Generaldirektorin Sabine Haag: "Dialog zwischen den Institutionen"

Nicht nur Wladimir Putin ist derzeit zu Gast in Wien - auch die Eremitage seiner Heimatstadt St. Petersburg. Mit 14 Werken ist die russische Gemäldegalerie im Kunsthistorischen Museum vertreten - wobei diesen Arbeiten 14 Pendants aus dem KHM gegenübergestellt sind. Es sei "ein klingender Dialog zwischen den Institutionen", so KHM-Generaldirektorin Sabine Haag bei der Präsentation am Dienstag.

Eröffnet wird die Schau "Die Eremitage zu Gast" am Dienstagabend als Tagesabschluss des laufenden Arbeitsbesuchs von den beiden Präsidenten Alexander Van der Bellen und Wladimir Putin. In Folge ist die auf einen Saal beschränkte Zusammenstellung in Wien bis 2. September zu sehen, bevor sie nach Russland weiterwandert, wo sie von 4. Oktober bis 13. Jänner 2019 gezeigt wird.

Initiiert wurde das Sponsorenprojekt von den beiden Konzernen OMV und Gazprom aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums ihrer Zusammenarbeit. "Wir haben diesen Wunsch mit großer Freude und großem Elan angenommen", unterstrich Haag. Bei der Konzeption sei dabei immer klar gewesen: "Wir haben Carte blanche."

Schließlich sei man der Eremitage seit langem eng verbunden: "Das stellt einen weiteren Höhepunkt in der gemeinsamen Geschichte unserer freundschaftlich und schwesterlich verbundenen Institutionen dar." Zugleich ist die Schau aber auch das erste gemeinsame Ausstellungsprojekt der beiden Häuser in der Amtszeit der beiden Direktoren Haag und Mikhail Piotrovsky.

So finden sich nun historisch motivierte Arbeiten wie das Porträt Maria Theresias von Anton von Maron und jenes von Katharina der Großen, das Vigilius Eriksen malte, aber auch kunsthistorisch bedeutendere Werke wie Sandro Botticellis "Der büßende Hl. Hieronymus" oder Anthonis van Dycks "Selbstporträt". Das Hans-Holbein-Bildnis von John Chambers ist einem Werk des älteren Holbein-Bruders Ambrosius, "Bildnis eines zwanzigjährigen Mannes", gegenübergestellt. Und auch wenn der Schwerpunkt auf den Porträts liegt, gibt es Landschaftsgemälde wie Jakob Philipp Hackerts "Blick auf den Tempel von Agrigent" zu sehen, dem Thomas Gainsboroughs "Landschaft bei Sudbury" aus den KHM-Beständen beigesellt ist.

"Es ist die Kunstgeschichte in einer Nussschale", umriss Stefan Weppelmann als Direktor der KHM-Gemäldegalerie die Idee hinter der Schau, die wie eine "Klassenfahrt" handverlesene Künstler vereine. "Es ist 14 Mal der Versuch, Funken zu schlagen", zeigte sich Weppelmann befeuert von der Ausstellungsidee.

Auch Eremitage-Direktor Piotrovsky lobte zur Präsentation die sehr klug konzipierte Ausstellung, nicht nur eine Blockbuster-Schau. "Nur wenige Museen wollen gemeinsame Ausstellungen machen", dabei sei doch in Krisenzeiten gerade die Kultur gefragt. "Die Kultur ist in der schwierigen Situation wichtiger als alles andere", zeigte sich der 73-Jährige überzeugt. Die Kultur könne eine Hilfestellung leisten, wenn die Politik Probleme im Dialog habe: "Kulturdiplomatie ist weit stärker als jede andere Form von Diplomatie." Insofern gelte für die Kultur allgemein ganz eindeutig: "Wir sind weit wichtiger als alles andere", so Piotrovsky lachend.

(APA)

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