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Oscar-Gala im Bann von Frauenprotest und Fantasy

04.03.2018 - 20:16
Spannung vor der Vergabe der Oscars© APA (AFP)Spannung vor der Vergabe der Oscars

In der Nacht auf Montag werden in Hollywood zum 90. Mal die Oscars verliehen. Als großer Favorit geht im Dolby Theatre die Fantasyromanze "The Shape of Water" von Guillermo del Toro mit 13 Nominierungen ins Rennen. Abseits des Preisregens werden deutliche Worte in der immer noch laufenden MeToo-Debatte um sexuellen Missbrauch und die Diskriminierung von Frauen in der Filmindustrie erwartet.

Der Skandal zu sexuellen Übergriffen hat mit den Anschuldigungen gegen den Produzenten Harvey Weinstein begonnen und seither auch weitere Starschauspieler erfasst. Auf dem roten Teppich oder der Bühne des Dolby-Theaters in Hollywood werden sich voraussichtlich zahlreiche Stars zu der Bewegung "Time's Up" (Die Zeit ist um) bekennen. Sie wurde von mehreren Schauspielerinnen mitbegründet und wendet sich gegen Belästigung und Missbrauch von Frauen nicht nur in der Filmbranche, sondern generell im Berufsleben.

Eine andere Frage ist, ob die neue Frauenbewegung auch die Siegerauswahl beeinflusst. Zumindest auf die Nominierungen hat sie sicherlich einen gewissen Einfluss gehabt. So ist Greta Gerwig mit "Lady Bird" für den Regiepreis im Rennen - sie ist erst die fünfte Frau in der 90-jährigen Geschichte der Oscars, die von der US-Filmakademie in dieser Kategorie nominiert wurde.

Bemerkenswert ist auch die Teilnahme einer Frau im Finale um die beste Kamera. Rachel Morrison, die am Epos "Mudbound" mitwirkte, ist die allererste Frau der Oscar-Geschichte, die für diesen Preis nominiert ist. Um den Drehbuchpreis wiederum konkurriert Dee Rees, Autorin und Regisseurin von "Mudbound"- sie ist erst die zweite afroamerikanische Frau mit einer Nominierung in dieser Sparte.

Dass die Vielfalt bei den Oscars zugenommen hat, liegt nicht zuletzt auch an der Reform der aus etwa 8.500 Mitgliedern bestehenden Akademie. Unter dem Druck des Protests gegen die Dominanz weißer Männer in Hollywood hat sich die über die Oscars entscheidende Institution diversifiziert. Ein Großteil der knapp 1.500 Filmschaffenden, die in den vergangenen zwei Jahren als Neu-Mitglieder eingeladen wurden, sind Schwarze und Frauen.

Als großer Favorit geht im Dolby Theatre die Fantasyromanze "Shape of Water" des Mexikaners Guillermo del Toro mit 13 Nominierungen ins Rennen - darunter in fast allen Hauptkategorien. Als größter Konkurrent im Kampf um einige der begehrten Goldstatuetten gilt "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" des Iren Martin McDonagh. Das Drama ist siebenfach nominiert. Vor allem Hauptdarstellerin Frances McDormand werden Chancen auf eine Trophäe ausgerechnet. Als bester Schauspieler kann sich laut Prognosen indes Gary Oldman als Winston Churchill im Historienfilm "Die dunkelste Stunde" die größten Hoffnungen machen.

Unabhängig davon, wer die Oscars holt - auf den Ablauf der Oscar-Show hat der Skandal um die langjährige Erniedrigung von Frauen auf jeden Fall starken Einfluss. Moderator Jimmy Kimmel hat angekündigt, er wolle die Drangsalierung und Diskriminierung von Frauen ansprechen. Bedeutungsvoll ist aber auch, wer nicht spricht. Vorjahressieger Casey Affleck wird keine Laudatio halten. Er sieht sich mit Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontiert und sagte von sich aus ab. Den Veranstaltern dürfte es recht gewesen sein.

(APA/dpa/ag.)

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