Quelle: ZAMG

Interviews

Autobiografie von Felix Mitterer erschienen

02.02.2018 - 12:08
Felix Mitterer wird am 6. Februar 70© APAFelix Mitterer wird am 6. Februar 70

70 Lebensjahre, 50 Theaterstücke, mehr als 30 Drehbücher - schon die Zahlen zu Felix Mitterers Leben und Schaffen sind eindrucksvoll. 528 Seiten umfasst nun "Mein Lebenslauf", die eben im Haymon Verlag erschienene Autobiografie des Autors und Schauspielers. "So vieles wäre noch zu berichten, aber ich muss zum Ende kommen, der Verlag wartet schon ganz dringend", schreibt Mitterer abschließend.

Ursprünglich hätte Michael Forcher für den Haymon Verlag eine Mitterer-Biografie zum 70er schreiben sollen. "Im Herbst kam dann aber Michael zu mir nach Ravelsbach. Nach wenigen Minuten war die Sache erledigt. Michael sagte, so ginge das doch alles nicht. Ich sei doch der Schriftsteller, ich müsste das selber schreiben. Er hatte ja recht. Gesprochenes Wort, das man vom Aufnahmegerät abschreibt, ist etwas anderes als geschriebenes Wort. Außerdem kann man nachdenken beim Schreiben, kann auch nachschauen, was war. Zugleich kommt mit dem Schreiben die Erinnerung. Also schrieb ich diesen Lebenslauf nun doch selber."

"Ich war immer schon ein fantasievolles Kind und erzählte den anderen Kindern gerne Geschichten, die von ihnen mit lächelndem Vergnügen angehört wurden, aber die Erwachsenen hätten sie wohl als unnütze bis bedenkliche Lügengeschichten angesehen", schreibt Felix Mitterer. Er ist auch später als Dramatiker ein großer Erzähler geblieben, mit Liebe zu seinen Figuren und Interesse an ihren Lebensumständen. Nun erzählt er erstmals ausführlich über sich, über seine Kindheit unter einfachsten Verhältnissen, seinen Weg in die Kunst, die Literatur und das Theater.

Ausführlich schreibt Mitterer über seine im Vorjahr nach einem Wohnungsbrand verstorbene Ex-Frau Chryseldis Hofer und seine Tochter Anna, für deren Filmprojekt er im vergangenen Herbst den englischen Kunst- und Gesellschaftskritiker John Ruskin verkörperte. Er gibt Einblick in seine Jahre in Irland ("Mein Schulenglisch war kaum brauchbar. Der Installateur und der Elektriker waren meine ersten Lehrer."), erzählt von einer Reise in die Bukowina auf den Spuren seines rumänischen Vaters ("Was blieb? Der Schmerz, wohl einen Faschisten als Vater zu haben, der mit den Nazis sympathisierte.") und von der finanziell desaströsen Rück-Übersiedlung nach Österreich.

Vor allem aber erzählt er, begleitet von zahllosen Fotos, von den vielen Theater- und Filmprojekten seines Lebens und von den vielen Menschen, die ihm dabei geholfen haben. Nicht ohne Grund nennt Forcher das Buch eingangs auch "ein Werk zur österreichischen Theater- und Fernsehgeschichte": "Dass über 700 Namen von Theaterleuten im Register aufscheinen, kündet allein schon von Deiner tiefen Verbundenheit, Dankbarkeit und - ja, man kann es ohne Pathos sagen - Deiner Liebe zu ihnen allen."

(S E R V I C E - Felix Mitterer: "Mein Lebenslauf", Haymon Verlag, 528 Seiten, 29,90 Euro)

(APA)

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