Quelle: ZAMG

Interviews

Österreichische Archäologen dürfen wieder in Ephesos graben

25.01.2018 - 17:20
Cavusoglu verkündete den Schritt bei Treffen mit Kneissl© APA (BMEIA)Cavusoglu verkündete den Schritt bei Treffen mit Kneissl

Nach eineinhalb Jahren Zwangspause dürfen österreichische Archäologen ihre Grabung in der antiken Stadt Ephesos wieder aufnehmen. Das teilte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag nach einem Treffen mit Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) in Istanbul mit. In Österreich wurde dieser Schritt durchwegs begrüßt, Grabungsleiterin Sabine Ladstätter sprach von "großer Erleichterung".

Im September 2016 mussten die österreichischen Archäologen ihre Arbeit in Ephesos in der Nähe des heutigen Selcuk auf Anordnung des türkischen Außenministeriums einstellen. Als Grund wurden die Spannungen zwischen Wien und Ankara genannt. In der Folge wurde auch keine Lizenz für die Grabung in Limyra erteilt und österreichische Archäologen erhielten keine Forschungsvisa mehr.

Cavusoglu sagte am Donnerstag, dass man die archäologischen Unternehmen "durch die Ereignisse und Schritte in Österreich" gestoppt habe und räumte ein, dass die Grabungen "eine gewisse Symbolkraft für Österreich" hätten. Kneissl zeigte sich erfreut über den Schritt der türkischen Seite und betonte, dass ihre Erwartungen an den Besuch übertroffen worden seien. Ephesos sei eine symbolische Frage. "Das ist eine wissenschaftliche Arbeit mit einer wirtschaftlichen, touristischen Dimension, die uns schon seit 1895 verbindet", sagte Kneissl. Österreichische Archäologen graben seit 1985 in Ephesos.

Bereits im September des Vorjahres gab es Zeichen der Entspannung, als die Türkei heimischen Wissenschaftern wieder erlaubte, in türkischen und internationalen Projekten tätig zu sein. Die Grabungslizenzen für Ephesos und Limyra blieben damals aber noch blockiert.

Grabungsleiterin und Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAW) Ladstätter zeigte sich von der Nachricht, die sie bei einem Besuch in Abu Dhabi erhielt, überwältigt: "Das ist unglaublich, die Erleichterung ist groß", sagte sie zur APA. Sie habe vor Weihnachten den Antrag auf Erteilung der Grabungsgenehmigung bei den türkischen Behörden eingereicht und Kneissl habe ihr zugesichert, sich persönlich darum zu kümmern.

Auch Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) freute sich über die Entwicklung. "Wissenschaft und Forschung leben vom internationalen und interdisziplinären Austausch und gerade in Ephesos hat sich durch die jahrelange Arbeit eine gute Partnerschaft entwickelt." Mit der Wiederaufnahme der Grabungen in Ephesos könne an eine sehr erfolgreiche Forschungsarbeit angeschlossen werden.

(APA)

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