Quelle: ZAMG

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Stefan Herheim übernimmt 2022 das Theater an der Wien

21.12.2017 - 11:44
Neuling als Intendant, Routinier als Regisseur© APA (Archiv)Neuling als Intendant, Routinier als Regisseur

Nun kehrt doch noch der Weihnachtsfriede in den Häusern der Vereinigten Bühnen Wien (VBW)ein. Sieben Monate nach Ablauf der Bewerbungsfrist am 31. Mai verkündeten am Donnerstag die Verantwortlichen die neue Führungslösung für das Theater an der Wien (TaW) und die Musicalsparte. Stefan Herheim übernimmt ab 2022 das TaW, während Christian Struppeck als Musicalchef um fünf weitere Jahre verlängert.

Und bis zur Übergabe an den 47-jährigen Herheim wird der seit Gründung des Opernhauses 2006 amtierende TaW-Intendant Roland Geyer zwei weitere Saisonen an der Wien das Regiment führen. Zunächst bleibt bei den VBW-Betrieben also alles beim Alten, bevor dann mit dem Regisseur Herheim ein Neuling auf dem Intendantensessel die Führung des Stagionebetriebs TaW übernimmt.

"Oper ist mein Leben", wird der gebürtige Norweger in einer Aussendung zitiert, der das TaW als einmalige Werkstätte zur Entfaltung des Gesamtkunstwerks Musiktheater lobte: "Es wird mein zukünftiger Lebensmittelpunkt." Überdies griff der designierte Opernchef zu landwirtschaftlichen Metaphern zur Charakterisierung seiner Wirkungsstätte in spe: "Die Bühnenbretter des Theater an der Wien gehören zu den fruchtbarsten kulturellen Äckern Europas, auf dem sich die prächtigsten Früchte ernten lassen. Der Samen dafür ist ein Grundvertrauen in die künstlerische Integrität." Er wolle die Sinnsuche fortzusetzen, die Publikum und Künstlern jene Heimat bietet, um alte Welten neu und neue Welten offen zu betrachten.

Zufrieden mit dem Personaltableau zeigte sich nun auch der zwei Jahre länger im Amt verbleibende Intendant Geyer: "Ich kenne und schätze Stefan Herheim schon seit Jahren und freue mich sehr, dass ich - bis Stefan Herheim die Geschicke des Hauses übernimmt  - weiterhin das Profil des Theaters an der Wien schärfen und das Opernhaus weiterführen kann."

Lorbeerkränze knüpfte dem künftigen TaW-Chef Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ): "Er ist einer, der das Gesamtkunstwerk Oper entfalten kann. Das erfahrene Wiener Opernpublikum hat niemand geringeren verdient, als einen Menschen, der sich Ort und Genre vollkommen verpflichtet. Wie kein anderer schafft Herheim die heikle Gratwanderung zwischen der Erfüllung musikalischer Ansprüche auf höchstem Niveau und der Öffnung der Gattung für neue Generationen."

Auf Kontinuität auch personeller Natur setzt man indes bei den beiden Musicalhäusern der VBW, dem Raimund Theater und dem Ronacher, wird hier der 49-jährige Leiter Christian Struppeck doch ab der Saison 2020/21 mit einem neuerlichen Fünf-Jahres-Vertrag ausgestattet. Rückenwind verschaffte dem seit 2012 amtierenden Musicalchef nicht zuletzt der aktuelle Erfolg der Rainhard-Fendrich-Revue "I Am From Austria" und die Wiederaufnahme des Klassikers "Tanz der Vampire".

"Dass ich weiterhin die Intendanz von Raimund Theater und Ronacher übernehmen darf, erfüllt mich mit großer Freude. Ich möchte für unser Publikum und unsere Stadt weiterhin international bekannte Musicalhits nach Wien holen sowie eigens für Wien entwickelte Originalproduktionen präsentieren", so Struppeck via Aussendung. Und auch von dieser Lösung zeigte sich Kulturstadtrat Mailath-Pokorny angetan: "Mit Christian Struppeck schreiben wir die Erfolgsgeschichte Musicalstadt Wien weiter und freuen uns, einen empathischen Kenner der Branche für weitere fünf Jahre im Raimund Theater und dem Ronacher halten zu können."

Den langen Auswahlprozess erklärte VBW-Geschäftsführer Franz Patay mit der Gewissenhaftigkeit der Verantwortlichen: "Wir haben mit größter Sorgfalt und in ausführlichen Gesprächen mit den zahlreichen, sehr hochkarätigen Kandidatinnen und Kandidaten und gemeinsam mit unseren Eigentümervertretern und der Stadt Wien die beste Wahl für die Besetzung der Intendanzen der VBW Opern- und Musicalsparte getroffen." Leibhaftig und nicht nur via Aussendung soll Stefan Herheim in Wien nach derzeitigem Planungsstand im Jänner vorgestellt werden.

(APA)

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