Quelle: ZAMG

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Kulturhauptstadt 2024: Bregenz stellt Bemühungen ein

08.12.2017 - 13:31
Bregenz sieht keinen Nutzen in einer Kandidatur© APABregenz sieht keinen Nutzen in einer Kandidatur

Bregenz zieht sich aus einer möglichen Kandidatur der Vorarlberger Rheintalstädte für den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2024 zurück. Es fehle der konkrete kulturelle, wirtschaftliche und damit auch gesellschaftliche Nutzen, der mit einer Bewerbung verbunden sein müsse, begründete Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) den Ausstieg. Die anderen Städte führen ihre Bemühungen fort.

Die Entscheidung über eine gemeinsame Kandidatur der Vorarlberger Rheintalstädte soll im Juni 2018 fallen. Nach dem Ausstiegsbeschluss der Bregenzer Stadtvertretung am Donnerstagabend wird die Landeshauptstadt aber nicht mitmachen. "Der bisherige Prozess war sehr wertvoll, weil er ein großes Potenzial für die Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden aufgezeigt hat. Aber letztlich ist der Groschen, der eine Fortsetzung des Bewerbungsverfahrens aus unserer Sicht gerechtfertigt hätte, einfach nicht gefallen", sagte Linhart. Bregenz sei bereits eine etablierte Kulturstadt, es fehle daher die Notwendigkeit, sich als Kulturstandort zu positionieren.

Die übrig gebliebenen Projektteilnehmer Dornbirn, Hohenems und Feldkirch sowie die Regio Bregenzerwald wollen den eingeleiteten Prozess hingegen "wie bisher mit voller Kraft gemeinsam weiterführen", wie Dornbirns Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (ÖVP) ihrem Presse-Statement erklärte. Mit Jahresende werde das Projektbüro "Kulturperspektiven 2024" von Bregenz in das Rathaus nach Dornbirn wechseln, sprach Kaufmann von einem "klaren Signal". Die Projektleitung wird dann Bettina Steindl übernehmen, die mit "Linz 09" und "Ruhr 2010" langjährige "Kulturhauptstadt-Erfahrung" mitbringe. Die bisherige Projektleiterin Andrea Fink habe ihren Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängert, so das Stadtoberhaupt.

"Ich bin überzeugt, dass wir uns auf einem guten Weg befinden und das Thema Kulturhauptstadt für die weitere Entwicklung der Region über die Grenzen hinweg von großer Bedeutung ist", betonte Kaufmann. Weitere Gemeinden und Institutionen hätten ihr Interesse bekundet, sich partnerschaftlich einzubringen und mitzuwirken.

Laut im Februar beschlossenen Zeitplan sollen bis Juni 2018 Ziele, Potenziale und Herausforderungen einer möglichen Bewerbung definiert und ausgearbeitet werden, damit eine Basis für die Entscheidung gegeben ist. Teil des Prozesses sind unter anderem "Denkwerkstätten" mit Vertretern aus Wirtschaft, Kultur, Bildung und Gesellschaft. "Die Auswertung ist in vollem Gange. Die Ergebnisse fließen unmittelbar in weiteren Entscheidungsgrundlagen ein", sagte die Bürgermeisterin. Schon jetzt lasse sich ablesen, dass in punkto Regionalentwicklung der "dringende Wunsch nach stärkeren Kooperationen im Kulturbereich über Gemeinde- und Landesgrenzen hinweg gegeben ist, ebenso spielt das Thema "Grenzen" auf inhaltlicher Ebene eine große Rolle", so Kaufmann. Die Bewerbungsfrist zur Europäischen Kulturhauptstadt endet im Dezember 2018.

(APA)

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