Quelle: ZAMG

Interviews

"Amadeus"-Awards für Pizzera & Jaus, Bilderbuch und Le Play

04.05.2017 - 23:39
Das Album des Jahres stammt von Julian Le Play ("Zugvögel")© APADas Album des Jahres stammt von Julian Le Play ("Zugvögel")

Julian Le Play, Bilderbuch sowie Pizzera & Jaus: Diese drei Acts durften sich bei den 17. "Amadeus Austrian Music Awards" am Donnerstagabend als große Gewinner fühlen, sahnten sie doch jeweils zwei Preise ab. Neben insgesamt 18 Auszeichnungen standen auch etliche Live-Auftritte am Programm. Dabei präsentierte sich die Gala im Wiener Volkstheater allerdings recht brav und unspektakulär.

Mit den Trophäen für das beste Album ("Zugvögel") sowie als Künstler des Jahres war es Le Play, der in gleich zwei Hauptkategorien die Nase vorn hatte. "Ich habe Herzklopfen, jedes Mal wieder", zeigte er sich gerührt und dankte nicht nur seinem Team, sondern allen voran seinen Eltern. "Ihr habt einen Riesenanteil daran, dass ich das machen darf."

Knapper gehalten waren da die Worte von Maurice Ernst, seines Zeichens Sänger von Bilderbuch, der Band des Jahres. Er rückte die Fans in den Fokus. "Die haben wir bisher außer Acht gelassen", erinnerte er schmunzelnd an vergangene "Amadeus"-Ausgaben. Dass sie sich auf der Bühne wohlfühlt, bewies die Gruppe auch zum Auftakt der mehr als zweistündigen Gala, als sie "Bungalow" zum Besten gab. Insofern nur konsequent, dass Bilderbuch als bester Liveact prämiert wurde.

Mit Abwesenheit glänzten Pizzera & Jaus. Das Duo, das mit ihrem "Jedermann" im Vorjahr einen Chartstürmer abgeliefert hat, war nämlich just an diesem Abend für Michael Niavarani im Einsatz. Eine launige Zuspielung gab es dann aber doch, in der der Kabarettist zugeben musste: "Ich habe eure Glasschüsseln verloren." Denn nicht nur der Song des Jahres, auch das Genre Pop/Rock ging an Paul Pizzera und Otto Jaus. Getröstet wurden sie von Niavarani mit zwei seiner Romy-Statuen - immerhin.

Ansonsten hieß es: gerecht teilen. Das eher dem elektronischen Pop zugetane Duo Leyya freute sich über den FM4-Award, wobei Sängerin Sophie Lindinger unterstrich: "Wir arbeiten wirklich sehr hart an unserer Musik. Es ist schön, wenn dann plötzlich so ein Award zurückkommt." Stilistisch nicht allzu weit entfernt waren die Electronic/Dance-Sieger Mynth. Den "Himmel über Wien" besang Lemo, wofür er den diesjährigen Songwriter-Preis erhielt.

Eine Premiere gab es für Ernst Molden, konnte der Musiker doch erstmals das gläserne Grammophon für sich reklamieren (Kategorie: Jazz/World/Blues). Gemeinsam mit Le Play als Favorit in die Verleihung gegangen war Voodoo Jürgens, aus fünf Nominierungen wurde immerhin der Alternative-Preis. Den besten Sound hat das Studioteam für "What If We Never Forget" von Avec gezimmert, die härtesten Töne kamen im Vorjahr von der Tiroler Band Serenity, die in der Kategorie Hard & Heavy reüssierte.

Und wer darf beim "Amadeus" nicht fehlen? Richtig, Christina Stürmer. Die Rekordsiegerin schlug neuerlich zu, die Trophäe als Künstlerin des Jahres ist bereits ihre elfte. Noch etwas Besonderes für sie? "Ja, na klar!", freute sich Stürmer. "Ich steh' noch immer da. Dankeschön, die letzten 14 Jahre waren echt großartig!" Das scheinen auch ihre Fans so zu sehen, entschieden diese doch zu 50 Prozent über die Sieger - den Rest lieferte eine Jury.

Und das kombinierte Voting ergab auch für DJ Ötzi & Nik P. (Schlager), Rapper Nazar (Hip-Hop/Urban) und Andreas Gabalier (Schlager) eine Vergrößerung ihrer Sammlungen. Da der selbst ernannte "Volks-Rock'n'Roller" wie im Vorjahr die Verleihung ausließ, "vertrat" ihn kurzerhand Schauspieler Manuel Rubey, der gemeinsam mit FM4-Moderatorin Riem Higazi durch den Abend führte. In Lederhosen und kariertem Hemd gekleidet, gab er ein Gabalier-Double und meinte süffisant: "Deine Musik passt einfach überall hin, zu einem romantischen Date ebenso wie für ein zünftige Wirtshausschlägerei."

Insgesamt war die Gala, die nach zehn Jahren Pause wieder im ORF übertragen wurde, aber eher von Längen denn schlagfertigen Pointen bestimmt. Zwar reduzierte man die Dankesreden, die stattdessen gesetzten Kurzfilme und Interviews, bei denen etwa Falco-Songs im Auto geträllert wurden (Ö3-Moderator Thomas Kamenar hat Hanno Setteles Mercedes aus der Garage der ORF-"Wahlfahrt" geholt) oder die Musiker aus dem Nähkästchen plauderten, wussten aber nur leidlich zu überzeugen. Für internationalen Glanz sorgten Amy Macdonald und James Blunt.

Den größten Jubel verbuchte am Ende Willi Resetarits für sich: Er, der nicht nur als Ostbahn Kurti heimische Musikgeschichte geschrieben hat, erhielt den "Amadeus" für sein Lebenswerk. Nach einer sehr persönlichen Laudatio von Ernst Molden meinte der Geehrte, sich herzhaft schnäuzend: "Ich freue mich außerordentlich. Es sind jetzt bald 50 Jahre Musik, und ich lebe davon." Es sei aber auch der "schönste Beruf der Welt", lachte er. "Da scheißt der Bär in die Hose! Das ist Lohn für alles, es ist ein Privileg." Und dunkel bebrillt richtete er sich abschließend als Kurti an seine jungen Kollegen: "Passt's auf, seid's vorsichtig und lasst euch nix g'fallen!"

(APA)

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