Quelle: ZAMG

Interviews

Theater in der Josefstadt verspricht "großes Kino"

27.04.2017 - 10:48
Hausherr Herbert Föttinger bei der Spielplanpräsentation© APA (Neubauer)Hausherr Herbert Föttinger bei der Spielplanpräsentation

Großes Kino verspricht die Saison 2017/18 im Theater in der Josefstadt - zumindest viele Filmadaptionen und Kinoschaffende. Dazu kommen Josefstadt-Stammgäste wie Felix Mitterer oder Peter Turrini. Und nicht zuletzt konnte sich Hausherr Herbert Föttinger bei der Präsentation am Donnerstag über gute Zahlen freuen: "Die Josefstadt ist das erfolgreichste Sprechtheater im deutschsprachigen Raum."

Den Saisonauftakt am 2. September gehört einer Romanadaption, wenn Ernst Lothars "Der Engel mit der Posaune", bekannt durch die Paula-Wessely-Verfilmung aus 1948, von Janusz Kica als Uraufführung auf die Josefstadt-Bühne gebracht wird. Bereits am 7. September meldet sich dann in der Dependance, den Kammerspielen, Hollywood zu Wort, wenn die Bühnenfassung des Romantikstreifens "Shakespeare in Love" als deutschsprachige Erstaufführung auf die Theaterbretter kommt. "Es hat drei Jahre gedauert, die Rechte zu bekommen", unterstrich Föttinger - zumal diese bei Disney lägen.

Auch am 12. Oktober regiert der Film, wenn in den Kammerspielen Hitchcocks Agententhriller "Die 39 Stufen" von Werner Sobotka interpretiert wird. Kinoregisseur Thomas Vinterberg ("Das Fest") bringt dann am 1. Februar sein neues Stück "Suff" als Uraufführung nach Wien, wobei mit Alexandra Liedtke eine bewährte Regisseurin für die Inszenierung verantwortlich zeichnet. "Das ist eine echte Sensation", freute sich Föttinger über das Stück, das vier Alkoholikerinnen im Fokus hat: "Das ist ein Sieg der Anarchie." Und schließlich beendet Christopher Hamptons Bühnenfassung des Hollywood-Klassikers "All About Eve" am 1. März 2018 den Kinoreigen in den Kammerspielen - in der Regie des Autors, der sich auf die Übersetzung von Daniel Kehlmann stützt.

Aber auch bei den originären Theaterarbeiten haben zuvor oftmals kinoerfahrene Künstler ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, wenn am 26. April Ronald Harwoods bereits zweifach verfilmtes Stück "Der Garderober" die letzte Premiere der Saison in den Kammerspielen darstellt, oder Julian Pölsler ("Die Wand") den aktuellen Bühnenhit "Terror" von Ferdinand von Schirach am 23. November inszeniert. Bei diesem entscheidet bekanntlich am Ende das Publikum über Schuld oder Unschuld des Angeklagten, wobei in der Josefstadt als Besonderheit alle Rollen mit Frauen besetzt sind, darunter Julia Stemberger und Susa Meyer. "Es gibt also kein starkes Testosteronverhalten, sondern es geht mehr um den Fakt und um den Fall", zeigte sich Direktor Föttinger zuversichtlich.

Er selbst spielt am 16. November in Schnitzlers "Professor Bernhardi" die Hauptrolle im Haupthaus ("Ich glaube, ich bin im richtigen Alter."). Eine Kammerspielfassung mit fünf Personen von Schillers "Maria Stuart" bringt Günter Krämer am 7. Dezember, während bereits am 21. September Georges Feydeaus "Wie man Hasen jagt" in der Übersetzung von Elfriede Jelinek gezeigt wird. Den Premierenabschluss in der Josefstadt bilden dann Flauberts "Madame Bovary" (12. April) und Yasmina Rezas Boulevardklassiker "Der Gott des Gemetzels" am 3. Mai. Und schließlich gibt es ein Wiedersehen mit zwei alten Josefstadt-Bekannten, wenn am 25. Jänner mit "Fremdenzimmer" das neue Stück von Peter Turrini Uraufführung feiert und einen afghanischen Flüchtling in den Fängen eines Donaustädter Ehepaares zeigt, während am 15. März Felix Mitterers 70. Geburtstag mit einer Neuinszenierung von "In der Löwengrube" gefeiert wird.

Aber nicht nur mit dem Aus-, sondern auch dem Rückblick ist man in der Josefstadt zufrieden. Bis zum gestrigen Mittwoch habe man 228.844 Zuschauer in der laufenden Saison gezählt - 161 oder 0,07 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, freute sich der kaufmännische Alexander Götz über die stabile Lage. So rechne man bis Ende der Saison mit Einnahmen von 9,35 Mio. Euro (was einer geringfügigen Steigerung entspräche) und einer Auslastung von 88 Prozent respektive 290.000 Zuschauern. Damit erreiche man einen Eigenfinanzierungsgrad von 41 Prozent. "Wir spielen ungefährt gleich viel ein wie das Burgtheater", freute sich Föttinger. Allerdings hätten die Kollegen am Ring doppelt so viele Plätze zur Verfügung.

(APA)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech