Quelle: ZAMG

Interviews

Neues Museum für Geschichte wird Teil des Grazer Joanneums

26.04.2017 - 12:16
Zwei Sammlungen werden unter einem Dach vereint© APA (Archiv)Zwei Sammlungen werden unter einem Dach vereint

Das neue Grazer Museum für Geschichte wird in Zukunft die kulturhistorische und die multimedialen Sammlungen des Universalmuseums Joanneum unter einem Dach vereinen. "Die Verbindung dieser beiden Sammlungen ermöglicht es uns nun erstmals, das Werden und den Wandel des Landes über die letzten 900 Jahre verständlich zu machen", erklärte Museums-Leiterin Bettina Habsburg-Lothringen im APA-Gespräch.

Aus dem früheren Museum im Palais wird nun ein weiter gefasster Ausstellungsbereich, der unter dem Schlagwort "Gesammelte Geschichte" rund 2.000 der insgesamt 35.000 Objekte als Collage nach Themenbereichen wie "Essen & Trinken", "Reisen & Fortbewegen" oder auch "Forschen & Wissen" geordnet präsentiert. Dabei werden auf einer Fläche von 450 Quadratmeter unter anderem Musikinstrumente, Möbel, technische Geräte, Mode, Schmuck, Uhren oder Werkzeuge zu sehen sein. Diese Dauerausstellung wird ab Herbst erweitert durch Bestände der multimedialen Sammlungen, die "die regionale Geschichte und Medienentwicklung in Form von Fotografien, Filmen und Tonaufnahmen bewahren", so Habsburg-Lothringen. Das Zusammenspiel aller Sammlungen ermöglicht es, das Werden und den Wandel der Steiermark seit dem Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert aus immer wieder anderen Perspektiven zu betrachten.

Den Begriff "Geschichte" möchte die Museums-Leiterin nicht auf politisches Geschehen reduziert wissen: "Unser Interesse gilt den Grundfragen, die Menschen und Gemeinschaften auf das immer Neue bewegen: Welches Bild der Welt und des Jenseits prägt unser Denken? Wie organisieren wir uns als Gesellschaft? Wie lösen wir Konflikte? Wie gehen wir mit Minderheiten um? Wie stellen wir uns technischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen?"

Sonderausstellungen sollen einzelne Aspekte noch vertiefen: "In unseren kommenden Ausstellungen werden wir uns mit der Wirkungsgeschichte der Reformation, mit dem Schicksal zweier Grazer Kinder zur Zeit des Nationalsozialismus, mit lokaler Fotografiegeschichte oder der Steiermark zu Zeiten der ersten Globalisierung befassen", schilderte Habsburg-Lothringen.

Zur Eröffnung gibt es die Ausstellungen "Fauth fotografiert. Ein weststeirisches Hof-Atelier" mit Arbeiten des steirischen Fotografen Franz Fauth sowie im Eingangsbereich "M / Licht 2017", eine Installation von Brigitte Kowanz. Weitergeführt sollen auch in Zukunft die Exkursionen in die Region, die Werkstattführungen und Gespräche mit Experten zu den Sammlungen werden: "Ein Museum ist nicht nur ein Ausstellungsort, es ist Forum, Ort des Austauschs, und diesem Verständnis werden wir auch künftig folgen", betonte Bettina Habsburg-Lothringen.

(APA)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech