Quelle: ZAMG

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documenta 14 in Athen öffnet für Fachpublikum

06.04.2017 - 14:03
Der Künstlerische Leiter Adam Szymczyk© APA (dpa)Der Künstlerische Leiter Adam Szymczyk

Mit einer gemeinsamen Performance aller Künstler und Mitwirkenden hat am Donnerstag die documenta 14 in Athen für Fachbesucher geöffnet. Es ist das erste Mal, dass die documenta gleichberechtigt in zwei Städten stattfindet. In Athen geht es offiziell am Samstag (8. April) los - im deutschen Kassel öffnet sie in gut zwei Monaten, konkret am 10. Juni.

"Die Ausstellung in beiden Städten zu organisieren, war sowohl qualvoll als auch wunderschön", sagte der Künstlerische Leiter, Adam Szymczyk, über die drei vergangenen Jahre der Vorbereitung. Die mehr als tausend Besucher im Athener Konzerthaus Megaro Mousikis lud Szymczyk dazu ein, sich nicht nur an die zentralen, großen Ausstellungsorte zu halten, sondern die documenta 14 vielmehr wie eine Landkarte zu erkunden. Es gebe neben großen Museen auch unzählige kleine, bisweilen versteckte Locations zu entdecken.

Über das Motto "Von Athen lernen" sagte er, es gehe nun vielmehr darum, zu "verlernen, was wir zu wissen glauben" - in die Dunkelheit des Nichtwissens einzutauchen und dann von vorne zu beginnen. Dazu bieten in Athen bis zum 16. Juli die Werke und Performances von mehr als 150 Künstlern an fast 50 Orten in der ganzen Stadt ausreichend Gelegenheit.

Auch Österreichs Kunst ist in Athen stark vertreten - mit erfahrenen documenta-Teilnehmern. Etwa mit dem oberösterreichischen Konzeptkünstler Peter Friedl, der schon zweimal zur documenta eingeladen war, und dort vor zehn Jahren mit seiner ausgestopften palästinensischen Giraffe für Aufsehen sorgte. Oder mit dem Tiroler Lois Weinberger, der vor 20 Jahren zur documenta X einen Pflanzentransfer aus Südosteuropa nach Kassel vornahm, die dort noch immer auf den Bahngleisen sprießen und gedeihen - und der nun in Athen ein "Trümmerfeld" ("Debris Field") aus den persönlichen Ausgrabungen rund um sein Elternhaus im Tiroler Stams errichten wird. Und prominent im Rahmenprogramm rangiert Maria Lassnig mit einer Personale in der Municipal Gallery - ebenfalls bereits 1982 und 1997 auf der documenta vertreten.

Und weil die documenta-Künstler nicht immer Künstler sind - bei der vergangenen documenta-Ausgabe 2012 war als einziger Österreicher der Quantenphysiker Anton Zeilinger geladen - ist mit dem Dirigenten, Chorleiter und Komponisten Rupert Huber auch diesmal eine unwahrscheinliche Wahl dabei. Der Oberösterreicher hat das von der Konzeptkunst beeinflusste Werk "Epicycle" des griechischen Komponisten Jani Christou nach dessen Tod vollendet und dirigiert es nun am 25. April als Koproduktion von documenta und Athens Concert Hall mit seinem Ensemble Spinario.

(APA/dpa)

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