Quelle: ZAMG

Interviews

Goldene Kamera wegen Yücel und Trump mit politischer Note

05.03.2017 - 06:49
Bekam den Preis für seine Rolle als Old Shatterhand© APA (AFP)Bekam den Preis für seine Rolle als Old Shatterhand

Die 52. Goldene Kamera war vermutlich eine der politischsten in der Geschichte des Medienpreises: Die Inhaftierung des "Welt"-Journalisten Deniz Yücel und die Politik von US-Präsident Donald Trump bescherten der bunten Gala am Samstagabend in Hamburg einige nachdenkliche Töne.

Von den vielen Stars durften sich besonders die Schauspieler Lisa Wagner und Wotan Wilke Moehring freuen, die als beste ihres Fachs in Deutschland geehrt wurden. Tobias Moretti, der ebenfalls für den "Besten Deutschen Schauspieler" nominiert war sowie die ORF-Koproduktion "Pregau - kein Weg zurück", die in der Sparte Miniserie/Mehrteiler angetreten war, gingen leer aus.

Bezeichnend für den besonderen Charakter der diesjährigen Gala war die Verleihung des Preises in der Kategorie "Beste Information". Mit stehenden Ovationen feierte das Publikum, dass die Nachrichtensendungen von ARD, ZDF und RTL gemeinsam als Preisträger ausgezeichnet wurden. "Tagesthemen"-Moderatorin Caren Miosga erinnerte in ihrer Dankesrede an den inhaftierten Yücel, der nach ihrer Auffassung "zu Unrecht im Gefängnis festgehalten wird".

Die mit der Goldenen Kamera für ihr Lebenswerk ausgezeichnete Hollywood-Legende Jane Fonda griff die Dreifach-Auszeichnung in ihrer Dankesrede auf. "Das bedeutet, dass drei Fernsehsender die Wahrheit sagen, das ist toll", sagte Fonda. Sie versprach dem deutschen Publikum mit Blick auf US-Präsident Trump, dass die Menschen in den USA für ein Durchhalten der Demokratie kämpfen würden.

Neben Fonda stand bereits auch im Vorfeld die Auszeichnung für Moderatorenlegende Dieter Thomas Heck fest, der ebenfalls einen Preis für sein Lebenswerk erhielt. Zudem standen die Hollywood-Stars Nicole Kidman und Colin Farrell im Vorfeld als Preisträger fest.

Anders als diese im Vorfeld feststehenden Preisträger gab es für die Schauspieler und Filme aus Deutschland Jury-Entscheidungen. Möhring setzte sich bei den Männern gegen Moretti und Tom Schilling durch, Wagner bei den Frauen gegen Jutta Hoffmann und Claudia Michelsen.

Wagner, die in dem Film "Letzte Ausfahrt Gera" die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe verkörperte, gedachte in ihrer Laudatio den Hinterbliebenen der zehn NSU-Mordopfer. Sie wolle den Hinterbliebenen Beileid aussprechen, "weil die meistens vergessen werden". Möhring bekam den Medienpreis für seine Rolle des Old Shatterhand in dem gleichnamigen Film.

Als bester Fernsehfilm setzte sich der Thriller "Auf kurze Distanz" über Wettmanipulationen gegen "Ein Teil von uns" und "Zielfahnder - Flucht in die Karpaten" durch. Leonard Carow gewann den Preis als bester Nachwuchsschauspieler. In der Kategorie Kleinserie gewann "Morgen hör' ich auf" mit Bastian Pastewka.

Das Publikum konnte ebenfalls in einer Kategorie abstimmen, es durfte in diesem Jahr die beliebteste Satire-Sendung wählen. Hier konnte sich die ZDF-"heute show" deutlich durchsetzen.

(APA/ag.)

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