Quelle: ZAMG

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"Toni Erdmann" mit Simonischek im Cannes-Wettbewerb

14.04.2016 - 14:05
Burgtheater-Schauspieler Peter Simonischek© APA (Archiv)Burgtheater-Schauspieler Peter Simonischek

Mit einem besonders dichten Wettbewerbsfeld warten die 69. Filmfestspiele von Cannes vom 11. bis 21. Mai auf. Unter den 20 Filmen im Rennen um die Goldene Palme ist mit "Toni Erdmann" von Maren Ade auch eine deutsch-österreichische Koproduktion mit dem Burgtheater-Mimen Peter Simonischek in der Hauptrolle.

Die 39-jährige deutsche Filmemacherin Ade ("Alle Anderen") erzählt in dem von der Wiener coop99 koproduzierten Film vom Mittsechziger Winfried (Simonischek), der ein kompliziertes Verhältnis zu seiner Tochter Ines (Sandra Hüller) hat. Als sein Besuch bei der scheinbar humorlosen Ines in Bukarest zu eskalieren droht, überrascht er sie mit einem "Amoklauf aus Scherzen" - und in der Aufmachung einer Frau namens Toni Erdmann.

Auch Simonischeks Filmtochter aus "Oktober November", Nora von Waldstätten, hat heuer einen Auftritt an der Croisette: Die Wiener Schauspielerin ist neben Lars Eidinger und Kristen Stewart im Cast von Olivier Assayas' Wettbewerbsfilm "Personal Shopper". Frankreich ist weiters mit neuen Filmen von Bruno Dumont ("Ma Loute"), Nicole Garcia ("Mal de Pierres") und Alain Guiraudie ("Rester Vertical") gewohnt stark im Wettbewerb vertreten.

Sie stehen Regie-Veteranen wie dem Briten Ken Loach ("I, Daniel Blake"), dem Spanier Pedro Almodovar ("Julieta"), dem Niederländer Paul Verhoeven ("Elle") und den belgischen Dardenne-Brüdern ("La fille inconnue") gegenüber. Indie-Regisseurin Andrea Arnold bringt das Comedy-Drama "American Honey" mit Shia LaBeouf nach Cannes, der Däne Nicolas Winding Refn den mit Spannung erwarteten Horror-Thriller "The Neon Demon" mit Elle Fanning und Kanadas Filmwunderkind Xavier Dolan das Familiendrama "Juste la fin du monde" mit Marion Cotillard, Lea Seydoux und Vincent Cassel.

Nach Cannes zurück kehrt Goldene-Palmen-Gewinner Christian Mungiu mit "Bacalaureat", und bekommt Gesellschaft von Landsmann Cristi Puiu ("Sieranevada"). Nichts mit dem gleichnamigen Tennisstar hat der Film "Agassi" des Südkoreaners Chan-wook Park zu tun, der gemeinsam mit dem philippinischen Regisseur Brillante Mendoza ("Ma' Rosa") den asiatischen Raum abdeckt.

Besonders gut aufgestellt ist das US-amerikanische Kino mit Jeff Nichols' Rassendrama "Loving", Jim Jarmusch' von Amazon produzierter Liebesgeschichte "Paterson" und Sean Penns Regiearbeit "The Last Face". Letztere ist mit Charlize Theron und Javier Bardem ebenso hochkarätig besetzt wie Woody Allens neueste romantische Komödie "Café Society", mit der der 80-Jährige als erster Regisseur zum bereits dritten Mal die Festspiele eröffnen darf. Die Hauptdarsteller Kristen Stewart, Jesse Eisenberg und Blake Lively werden dann zum Auftakt auch allesamt auf den legendären roten Stufen vor dem Grand Theatre Lumiere erwartet.

Nicht umsonst hat Festivaldirektor Thierry Fremaux die 69. Ausgabe zum "Festival der Stars" ausgerufen, birgt doch auch die Selektion außer Konkurrenz laufender Filme hohen Promi-Faktor: Jodie Fosters "Money Monster" wartet mit den Hollywoodstars George Clooney und Julia Roberts auf, Shane Blacks Komödie "The Nice Guys" mit Russell Crowe und Ryan Gosling und Steven Spielbergs Fantasystreifen "The BFG" mit seinem Neo-Lieblings-Mimen Mark Rylance. Und das "Midnight Screening" von Jim Jarmusch' Iggy-Pop-Doku "Gimme Danger" könnte gar die Punklegende höchstpersönlich nach Cannes bringen.

Der Australier George Miller, der im Vorjahr mit seinem apokalyptischen Actionfilm "Mad Max: Fury Road" für Furore in Cannes sorgte, übernimmt heuer den Juryvorsitz. Jener Film, der das Rennen um die Goldene Palme macht, fungiert erstmals auch als Abschlussfilm - eine Neuerung, die Fremaux ein "Experiment" nannte.

Die vollständige Jury-Besetzung folgt - ebenso wie die Auswahl der Nebenreihen - in den kommenden Wochen. Im Vorjahr waren Peter Tscherkasskys Experimentalfilm "The Exquisite Corpus" in der "Quinzaine des Realisateurs" sowie Patrick Vollraths später Oscar-nominierter Kurzfilm "Alles wird gut" in der "Semaine de la Critique" vertreten. Die 17 Filme in der Reihe "Un certain regard" wurden bereits heute bekannt gegeben und umfassen diesmal Werke aus u.a. Israel, dem Iran, Singapur und Japan. Die erst 16-jährige Lily-Rose Depp, Tochter von Johnny Depp und Vanessa Paradis, gibt ihr Cannes-Debüt in "La danseuse" ("The dancer") von Erstlingsregisseurin Stephanie di Giusto.

(APA)

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