Quelle: ZAMG

Interviews

Sechs österreichische Produktionen bei Berlinale

09.02.2011 - 11:03
Murnberger ist mit 'Mein bester Feind' vertreten© APA (Herbert Pfarrhofer)Murnberger ist mit 'Mein bester Feind' vertreten

Wenn morgen, Donnerstag, die 61. Ausgabe des Filmfestivals Berlinale beginnt, sind auch wieder heimische Produktionen im Programm vertreten. Eine Tragikkomödie in der Nazi-Zeit, eine unkonventionelle Familienzusammenführung und eine fragmentische Erzählung von Depression, Angst und Einsamkeit: Der österreichische Film zeigt sich durchwachsen, wenn auch weniger stark vertreten als im Vorjahr.

Insgesamt sechs österreichische Produktionen bzw. Koproduktionen laufen ab 10. Februar im Berlinale-Programm, darunter Wolfgang Murnbergers neuer Streifen "Mein bester Feind" und Marie Kreutzers Erstlingswerk "Die Vaterlosen".

Waren vergangenes Jahr noch 14 heimische (Ko-)Produktionen im Programm und drei davon im Wettbewerbs-Rennen um den Goldenen Bären, gestaltet sich die Präsenz österreichischer Filme heuer bescheidener - aber ebenso prominent. Wolfgang Murnberger stellt bei seinem mittlerweile vierten Berlinale-Besuch seinen neuen Film "Mein bester Feind" vor, der hierzulande am 11. März regulär im Kino startet. Der Streifen über zwei Freunde, die sich während des Zweiten Weltkriegs plötzlich auf zwei gegenüberliegenden Seiten gegenüberstehen, läuft im Wettbewerb außer Konkurrenz. Moritz Bleibtreu mimt einen kunstaffinen Juden, der in einem günstigen Moment mit seinem alten Freund, SS-Mann Georg Friedrich, die Kleider tauscht und so mit dem Leben davonkommt. In weiteren Rollen sind Ursula Strauss, Udo Samel und Marthe Keller zu sehen.

In der Reihe "Panorama Spezial" erzählt die junge Grazer Regisseurin Kreutzer mit ihrem Spielfilmdebüt "Die Vaterlosen" die Geschichte bereits erwachsener Geschwister, die nach dem Tod ihres Vaters in das Landhaus ihrer Kindheit zurückkehren. Der Jüngsten im Bunde wurde die Existenz ihrer Halbschwester verschwiegen, dementsprechend turbulent fällt das Zusammentreffen aus. Doch es wird nicht das einzige Geheimnis innerhalb des einst idyllischen Familienbunds bleiben. In den Hauptrollen sind u.a. Johannes Krisch, Andreas Kiendl, Andrea Wenzl und Emily Cox zu sehen, regulärer Kinostart ist am 11. April.

Ein schweres, beklemmendes Familiendrama inszeniert Avantgarde-Filmemacher Johannes Hammel in seinem Schwarz-Weiß-Werk "Folge mir", das bereits bei der Viennale 2010 Premiere feierte. Nicht chronologisch, sondern in verschiedenen Zeit-, Realitäts- und Traumebenen zeigt der Film das von Angst, Einsamkeit und Zusammenbruch gezeichnete Leben einer Familie am Rande der Stadt. Die Mutter leidet nach einem Unfall des ältesten Sohnes an Angstzuständen, der Vater ist überfordert, der jüngere Sohn zweifelt dank der Tyrannei seines Religionslehrers an Gott.

Neben dem Kurzfilm "Stick Climbing" von Daniel Zimmermann, der in der "Berlinale Shorts"-Reihe zu sehen sein wird, sind auch zwei österreichische Dokumentarfilme vertreten. Im Forum gibt es ein Wiedersehen mit Michael Pilz' epischem fünfstündigem Werk "Himmel und Erde" (1979-1982), das einst an ebendieser Stelle seine Premiere gefeiert hatte. In zwei Teilen zeigt Pilz darin das Leben in einem Bergdorf in der Steiermark. Ein ganz anderes Setting hat die österreichische Koproduktion "The Bengali Detective" (GB/USA/AT). Regisseur Phil Cox begleitete zwei Jahre lang den tanzwütigen, übergewichtigen Privatdetektiv Rajesh Ji bei seinen Ermittlungen in Kalkutta.

In Folge ein Überblick:

- Im Wettbewerb außer Konkurrenz: "Mein bester Feind", Wolfgang Murnberger

- Panorama: "Die Vaterlosen", Marie Kreutzer. "The Bengali Detective", Phil Cox (GB/USA/AT)

- Berlinale Shorts: "Stick Climbing", Daniel Zimmermann

- Forum: "Folge mir", Johannes Hammel. "Himmel und Erde", Michael Pilz

INFO: http://www.berlinale.de

(APA)

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