Quelle: ZAMG

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"Mundl"-Regisseur Reinhard Schwabenitzky wird 65

23.04.2012 - 17:36
Schwabenitzky besetzte oft seine Frau Elfi Eschke© APA (Franz Neumayr)Schwabenitzky besetzte oft seine Frau Elfi Eschke

Er zählt zu den erfolgreichsten Film- und Fernsehregisseuren Österreichs und schrieb mit "Ein echter Wiener geht nicht unter" in den 1970er Jahren und mit dem "Kaisermühlen Blues" in den 1990er Jahren TV-Geschichte: Reinhard Schwabenitzky feiert am 23. April seinen 65. Geburtstag.

Zuletzt drehte er für den ORF die sechsteilige Serie "Oben ohne" und für Servus TV den Komödienvierteiler "Eine Couch für alle". Kunst bedeute für ihn immer auch Unterhaltung, so Schwabenitzky: "Der Unterschied ist, ob man viele Menschen damit unterhält oder wenige."

Schwabenitzky wurde 1947 in Bucheben bei Rauris (Salzburg) geboren. Bereits als Kind wirkte er am Stadttheater St. Pölten in Inszenierungen seines Vaters Gerhard Klingenberg mit. Als dieser später nach Berlin übersiedelte, um als Regisseur in den Babelsberger Filmstudios zu arbeiten, besuchte sein Sohn manchmal die Dreharbeiten und begeisterte sich für den Film. Er absolvierte die Wiener Filmhochschule in den Fächern Kamera und Regie und assistierte bei Franz Antel, Axel Corti, Otto Schenk und Bernhard Wicki.

Nach ersten Fernsehfilmen, darunter "Schwester Martha verzichtet auf ihr Glück", "Kleinere Taschenkunststücke" nach H. C. Artmann und "Der Einstand" nach Gernot Wolfgruber kam 1974 mit der Serie rund um die Familie Sackbauer der erste große TV-Erfolg. Danach drehte der Regisseur in Deutschland Serienhits wie "Büro, Büro", "Tour de Ruhr" oder "Der ganz normale Wahnsinn" sowie die Kinokassenschlager "Der Doppelgänger" (1983) und "Der Experte" (1987) mit Didi Hallervorden. 1990 kehrte Schwabenitzky wieder nach Salzburg zurück.

Unterhaltung und Haltung gehen für den Regisseur zumeist bestens zusammen. Von Ausländerfeindlichkeit ("Ilona und Kurti"), Emanzipation ("Verlassen Sie bitte Ihren Mann") bis zu Neonazis ("Hannah") reicht die Palette seiner Themen. Fast immer ist seine Frau, die Schauspielerin Elfi Eschke, mit dabei, etwa bei der 1995 - 1999 entstandenen Trilogie "Ein fast perfekter Seitensprung", "Eine fast perfekte Scheidung" (mit jeweils über 150.000 Zuschauern) und "Eine fast perfekte Hochzeit" mit Andreas Vitasek oder auch zuletzt beim Roadmovie "Furcht und Zittern" (2010).

Zu den Fernseharbeiten Schwabenitzkys zählt auch die Politsatire "Ein idealer Kandidat", für das Theater inszenierte er etwa "Acht Frauen" in den Kammerspielen der Josefstadt oder war am Berliner Renaissance-Theater und im Landestheater Salzburg zu Gast. In Salzburg, wo sich der Regisseur mit Eschke und seinen drei Kindern niedergelassen hat, widmet er inzwischen vermehrt dem Schreiben und Produzieren. Und mit seiner Frau gemeinsam betreibt er seit 2003 auch das Hotelrestaurant Itzlinger Hof, in dem er nach eigenen Angaben mehr Gast als Wirt ist.

(APA)

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