Quelle: ZAMG

Interviews

Austro-Doku "Deserteur" auf Pariser Filmfestival

27.03.2012 - 19:32
NS-Deserteure - lange Zeit ein Tabuthema© APA (Pressefoto/Pimp The Pony Productions)NS-Deserteure - lange Zeit ein Tabuthema

Vom 30. März bis 8. April findet im Pariser Vorort Creteil bereits zum 34. Mal das Festival "Films de Femmes" statt. Im Rahmen des Frauenfilmfestivals feiert der von der Salzburger Filmemacherin Gabriele Neudecker gedrehte Doku-Spielfilm "Deserteur!" am 1. April seine Weltpremiere.

Laut einer Aussendung der Drehbuchwerkstatt ist "Deserteur!" sogar für den "Prix Anna Politkovskaia" als beste internationale Dokumentation nominiert. Erzählt wird die Geschichte eines Kochs, eines Bauern, eines Ministranten und eines Schweinemeisters, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wegen Desertation angeklagt werden. Ein Thema, das bis in die Gegenwart kaum aufgearbeitet wurde: Deserteure des NS-Regimes wurden in Österreich nämlich erst 2009 offiziell rehabilitiert. Die im dokumentarischen Stil montierte Handlung basiert auf wahren Schicksalen und zahlreichen Interviews, die Regisseurin Neudecker mit Zeitzeugen führte.

Schon mit dem 2001 gedrehten Kurzfilm "Freaky" gelang Gabriele Neudecker ein internationaler Achtungserfolg. Der Kurzfilm wurde auf mehreren Festivals gezeigt und heimste 18 Auszeichnungen ein. 2004 gründete Neudecker gemeinsam mit "Freaky"-Co-Autorin Veresa Radosawljewitsch die Drehbuchwerkstatt in Salzburg. Mittlerweile hat die Organisation, die sich der Förderung und der Vernetzung junger Drehbuchautoren und Filmemachern verschrieben hat, Zweigstellen in Rijeka, Wien, Köln, Trabzon und Banja Luka.

INFO: http://www.filmsdefemmes.com; http://www.drehbuchwerkstatt.eu

(APA)

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