Quelle: ZAMG

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Kabarettist Josef Hader wird 50

14.02.2012 - 09:29
Er ist der bekannteste österreichische Kabarettist© APA (epa/dpa)Er ist der bekannteste österreichische Kabarettist

Josef Hader kennt man "Privat", als Schöpfer des Stoascheißer-Koarl, als Brenner und "Aufschneider". Er ist der bekannteste österreichische Kabarettist, feierte aber auch im gesamten deutschsprachigen Raum Erfolge. "Hader Privat" gilt mit 500.000 Zuschauern als eines der erfolgreichsten Kabarettprogramme Österreichs. Am 14. Februar feiert Josef Hader seinen 50. Geburtstag.

Josef Hader wurde 1962 in Waldhausen, Oberösterreich geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er im niederösterreichischen Nöchling, auf dem Bauernhof der Eltern und im Stiftsgymnasium Melk. Gemeinsam mit den ersten Nummern auf der Schulbühne waren das die frühen prägendenden Momente. Zur professionellen Kabarettbühne fehlten nur noch wenige Jahre und ein abgebrochenes Lehramtsstudium Deutsch/Geschichte.

Mit seinem vierten Programm "Biagn oder Brechn" entfernte sich Hader von dem damals gängigen politischen Nummernkabarett und bewegte sich hin zu seiner Form des kabarettistischen Einakters, prompt gelang ihm der Durchbruch. Es folgten der "Bunte Abend" (1990), der Österreichische Kleinkunstpreis (1992) und "Im Keller" (1993). Danach beschloss er, etwas ganz anderes zu wagen - in Monologform erzählte er 1994 in "Hader Privat" aus seinem Leben - mit herausragendem Erfolg bei Publikum und Presse. Danach kam lange nichts, Hader konzentrierte sich auf seine Filme. Auf der Bühne stand er nur noch mit "Hader spielt Hader", wo der Kabarettist in einer Art persönlichem Best-Of die Geschichten und grotesk-morbiden Lieder der früheren Programme verknüpfte. 1999 erhielt er den Nestroy-Ring.

Zehn Jahre dauerte es, bis Hader mit einem neuen Programm auf der Bühne stand. Als er zurückkehrte, wollte er sich verändern: "Hader muss weg" (2004) war eine Mischung aus Kabarett und Schauspiel. In sieben unterschiedlichen Charakteren trat Hader auf die Bühne, am Ende waren drei von ihnen tot. Es war das Kaputte und das Fehlerhafte, das an seinen tragisch-komischen Figuren immer noch fasziniert - der Witz der Katastrophe.

Aber nicht nur auf der Bühne, sondern auch in Film und Fernsehen konnte Hader Fuß fassen. An der Seite von Alfred Dorfer spielte er den kleinbürgerlichen Heinz Bösel in "Indien" (1993). In Österreich erreichte der Film schnell Kultstatus. Im Jahr 2000 schlüpfte er für die Verfilmung des Wolf Haas-Romans "Komm, süßer Tod" in die Rolle des Detektivs Simon Brenner. Zusammen mit Wolfgang Murnberger und Wolf Haas schrieb er das Drehbuch. Es folgten "Silentium" (2004) und "Der Knochenmann" (2009). Im Fernsehzweiteiler "Der Aufschneider" (2010) verkörperte er mit großem Erfolg den liebenswert zynisch-misanthropischen Pathologen Fuhrmann. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Regisseur David Schalko setzte sich auch in "Wie man leben soll" (2011) fort.

Als einer der wenigen österreichischen Kabarettisten hat es Hader auch über die Grenzen hinaus geschafft. Die Brenner-Filme liefen in Deutschland wenigstens in Programmkinos, mit "Hader spielt Hader" tourte er dank einer kleinen Dialektreduktion auch durch deutsche Städte. Aber erst die Figur eines schulderfüllten Vergewaltigers in dem Drama "Ein halbes Leben" brachte die endgültige Anerkennung - ganz ohne Komik. Es folgten der deutsche Fernsehpreis für den besten Schauspieler 2009 und der Grimme-Preis 2010.

Über Hader ganz privat ist wenig bekannt. Der Vater von zwei Söhnen tritt lieber mit seinem sozialen Engagement als mit seinem Privatleben an die Öffentlichkeit. Er ist Gründungsmitglied des Vereins "SOS Mitmensch" und übernahm 1995 für zwei Jahre den Vorsitz. Bis heute setzt er sich für soziale Anliegen ein und unterstützt z. B. den Verein "Purple Sheep", der Asylwerber betreut. Als das kleine Theater am Alsergrund 2009 vor dem finanziellen Ruin steht, schießt Hader Geld aus seinem Privatvermögen vor. Nach den Kinoerfolgen der letzten Jahre ist Josef Hader derzeit mit einer adaptierten Fassung von "Hader spielt Hader" wieder auf Tour.

(APA)

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