Kaum ein anderer deutscher Film hat in der jüngeren Vergangenheit so hohe Wellen geschlagen wie Helmut Dietls neues Werk "Zettl". Am Dienstagabend (31.1.) feierte die Gesellschaftssatire, die in Berlin spielt, ausgerechnet in München Weltpremiere - an dem Schauplatz von Dietls legendärer TV-Miniserie "Kir Royal" aus den 80ern, an die "Zettl" anknüpft.
Autor und Regisseur Dietl und sein Hauptdarsteller Michael "Bully" Herbig gaben sich trotz zum Teil unerfreulicher Filmkritiken betont gut gelaunt. Am 3. Februar läuft der Film in den österreichischen Kinos an. Vergleiche mit dem berühmten Vorgänger "Kir Royal" wollte Dietl am Dienstag nicht zulassen.
In "Kir Royal" lebt Klatschreporter Baby Schimmerlos (Franz Xaver Kroetz) noch, im neuen Kinofilm "Zettl" ist er tot. "Das beweist schon, dass das nichts miteinander zu tun hat." In "Zettl" erzählt Dietl die Geschichte des Promi-Chauffeurs Max Zettl (Herbig), der mit Skandalen aus der Politik zum gefeierten Chefredakteur in der Hauptstadt aufsteigt. "Charmant, sympathisch, aber wahnsinnig unmoralisch", beschrieb Herbig seine Rolle.
Dietl hat es den Schauspielern beim Dreh nicht leicht gemacht. "Er ist wie ein stillgelegter Vulkan - und manchmal bricht er aus", sagte Dieter Hildebrandt, der ein Vierteljahrhundert nach dem TV-Mehrteiler "Kir Royal" noch einmal in die Rolle von Promi-Fotograf Herbie schlüpfte. Vor Drehbeginn habe Dietl ihm noch zugehört, danach habe er nichts mehr zu sagen gehabt, sagte Herbig. Neben Dietls Regiestuhl habe ein Schild gestanden mit der Aufschrift: "Bitte keine Gespräche vor, neben und hinter mir."
Die Zusammenarbeit sei "mal so, mal so" gewesen, sagte Ulrich Tukur, der in dem Film einen Schweizer Milliardär mit außergewöhnlichen sexuellen Neigungen spielt. "Er ist kein unkomplizierter Mensch. Aber summa summarum war es ein großes Vergnügen."
(APA/dpa)

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