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Hollywood-Legende Tony Curtis wird 85

02.06.2010 - 10:49
Tony Curtis wurde als Bernard Schwartz geboren© APA (dpa)Tony Curtis wurde als Bernard Schwartz geboren

Nichts hat Tony Curtis so berühmt gemacht wie seine Rolle als Joe bzw. Josephine in Billy Wilders Komödie "Manche mögen's heiß" an der Seite von Marilyn Monroe. Jahrzehnte später enthüllte Curtis, dass Monroe und er während der Dreharbeiten eine Affäre hatten. Er sei auch der Vater des Kindes gewesen, dass sie damals erwartete, dann aber verlor. Am 3. Juni wird der Filmstar 85 Jahre alt.

Der einstige Frauenschwarm ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Statt vor der Kamera agiert der Star aus etwa 100 Filmen heute oft tagelang vor der Staffelei. Malen ist zu einer zweiten Profession geworden. Seine Kunst wird in Galerien ausgestellt und für Tausende von Dollars verkauft. Geblieben ist seine Liebe zu Frauen. Er war 73, seine Frau Jill 31, als er im November 1998 das fünfte Mal heiratete. "Uns stört der Altersunterschied nicht", schreibt Curtis in seiner Autobiographie. "Wir lachen viel. Mein Körper funktioniert noch, und alles ist gut". Zu seinen früheren Ehefrauen gehört auch Christine Kaufmann, die zwei seiner insgesamt sechs Kinder zur Welt brachte. "Ich war dumm, diese Frau ziehen zu lassen", gestand er später ein.

Schwere Vorwürfe macht sich Curtis über seiner Vaterrolle. "Ich habe als Vater versagt. Das muss ich heute sagen." Was ihn besonders belastet, ist der Tod seines Sohnes Nicolas, der 1994 mit 23 an einer Überdosis Heroin starb. Es vergehe kaum eine Nacht, in der er nicht an Nicolas erinnert werde: "Er erscheint mir oft im Traum." Eine Lungenentzündung brachte Curtis im Dezember 2006 selbst an den Rand des Todes. Er lag tagelang im Koma, genießt inzwischen aber wieder das Leben auf seinem Anwesen in der Nähe von Las Vegas.

Dabei waren ihm weder Reichtum noch Erfolg in die Wiege gelegt. "Wo ich herkomme, ist gutes Aussehen ein Pass zum Entkommen aus dem Mülleimer", sagte Curtis einmal. Der "Mülleimer" war die Bronx, damals noch berüchtigter Stadtbezirk von New York. Sein jüdischer Vater Mono Schwartz war ein bekannter Schauspieler in Ungarn gewesen, scheiterte als Einwanderer in den USA aber an der Sprachbarriere und brachte seine Familie als Schneider durch.

Anthony, später Tony, kam als Bernard Schwartz zur Welt und wuchs in bescheidensten Verhältnissen auf. Bereits mit elf Jahren ist er Mitglied einer Streetgang, erzählt er in einem früheren Buch, "I Like it Hot". Von klein auf fürchtete er die Prügel seiner Mutter. Später stellte sich heraus, dass sie an Schizophrenie leidet. Sein jüngerer Bruder Julie wurde vom Lastwagen überfahren, als Tony auf ihn aufpassen sollte. Bobby, sein anderer Bruder, ist geisteskrank.

Die Jugenderfahrungen prägen Curtis als "natural actor". In "Brut des Satans" (1949) spielte sich das Straßenkind aus der Bronx einfach selbst. Die Rolle verschaffte ihm immer größere Auftritte in allen möglichen Kostüm- und Abenteuerfilmen. In "Flucht in Ketten" mit Sidney Poitier überzeugte er später als dramatischer Schauspieler, mit Burt Lancaster und Gina Lollobrigida brillierte er in "Trapez".

Nach "Manche mögen's heiß" (USA 1959) folgten jahrelang Komödien. Dazwischen überraschte Curtis seine Fans mit der Verfilmung eines Kriminalfalls. In "Der Frauenmörder von Boston" (1968) wirkte er düster und bedrohlich, ließ seinen berühmten Charme nur noch andeutungsweise durchscheinen. Auch privat ist Curtis nach Aussage seiner Tochter Jamie Lee Curtis längst nicht immer so heiter, wie er auf der Leinwand wirkt: "Etwas quälte ihn sein ganzes Leben lang. Er suchte Erleichterung bei Frauen, in Drogen und Alkohol."

(APA/dpa)

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