Bollywood ist nicht nur in Indien zu Hause: Das hat sich wohl der austroindische Filmemacher Sandeep Kumar gedacht. Sein aktuelles Werk "Kesariya Balam - Liebe ohne Grenzen" wurde zwar in typischer Bollywood-Manier produziert, ist aber zur Gänze "Made in Austria": Die rund 100 Mitwirkenden vor und hinter der Kamera stammen bis auf wenige Ausnahmen aus Österreich.
Als Kulisse dienten Wien und die Tiroler Bergwelt. Der Film hat am 15. Juni in der Bundeshauptstadt Premiere und soll anschließend auf Festivals gezeigt werden.
"Indische Romantik mit Wiener Charme" soll sein Werk versprühen, erklärte Kumar im Gespräch mit der APA. Der in Wien lebende Inder ist bei "Liebe ohne Grenzen" Produzent, Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in Personalunion. Um dem Phänomen Bollywood gerecht zu werden, beinhaltet der Streifen viel Tanz, Musik, bunte Kostüme und Herzschmerz. Auch was Österreich anbelangt, wurde manch ein Klischee in den Film verpackt - wenn auch eher landschaftstechnischer Natur. Als Schauplatz dienten unter anderem der Stephansplatz und der Prater in Wien sowie die Tiroler Berge. "Inder verbinden Romantik mit Bergen und Seen", weiß Kumar.
Die Handlung ist schnell erzählt: Eine Inderin, die vor vielen Jahren in Indien gestorben ist, wird in Wien wiedergeboren. Ihr Schicksal führt sie zurück in die Vergangenheit, als sie auf ihre ebenfalls in Wien lebende Tochter trifft. Gedreht wurde fast ausschließlich mit heimischen Darstellern, die sich zu Beginn erst einmal in die Welt des indischen Films einleben mussten: "In Bollywoodfilmen werden Emotionen öfters zum Ausdruck gebracht, ein gewisses 'Over-Acting' gehört dazu", erklärte Kumar. Die Mitwirkenden castete er unter anderem bei Bollywood-Events.
Die ungewöhnliche Kombination in seinem Film findet Kumar nicht seltsam, denn auch in original indischen Streifen würden immer mehr ausländische Schauspieler zum Einsatz kommen. Zudem hätten Bollywoodfilme in der Alpenrepublik eine große Fangemeinde: "In den Kinos sitzen zu 95 Prozent Österreicher, die mitfühlen und mitweinen." Mit seinem Werk hofft er einen Trend zu setzen: "Die österreichischen Filmemacher sollen mutiger werden." Bollywood könnte man nämlich durchaus auch in einem anderen Setting umsetzen.
Kumar dreht Filme in seiner Freizeit, hauptberuflich ist er Managementberater. Die aktuelle Produktion soll auf nationalen und internationalen Festivals gezeigt werden. Geld ist für die Darsteller vorerst nicht in Aussicht - sie haben unentgeltlich mitgewirkt.
(APA)

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