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Schriller Charakter - Helena Bonham Carter wird 45

26.05.2011 - 10:16
Carter ist eine bewandte Schauspielerin© APA (dpa)Carter ist eine bewandte Schauspielerin

Helena Bonham Carter ist eine Frau, die auffällt: Im Jänner sorgte sie bei der Golden Globe-Verleihung für gewaltige Aufregung, als sie es wagte, zwei verschiedenfarbige Schuhe zu tragen. Für die Oscar-Verleihung gelobte sie dann Besserung: "Ich verspreche, dass ich Schuhe in gleichen Farben tragen werden", sagte die Schauspielerin. Heute feiert die Ehefrau von Tim Burton ihren 45. Geburtstag.

Schrille Charaktere haben es Helena Bonham Carter angetan: "Ich liebe es, mich zu verkleiden und merkwürdige Frauen zu verkörpern. Auf der Leinwand so hübsch wie möglich auszusehen, wäre für mich eher langweilig", sagte sie in einem Interview mit Tele 5. Ungewöhnlich "gesittet" dagegen war sie zuletzt an der Seite von Colin Firth als Queen Mum in dem Oscar-prämierten "The King's Speech" zu sehen, mit der sie sich auch eine Nominierung als "Beste Nebendarstellerin" verdiente. Alltäglich ist keine ihrer Rollen: Als abgrundtief böse Bellatrix Lestrange sorgt sie in den "Harry Potter"-Filmen für wohligen Grusel bei jungen Kinofans, spielte bei " Terminator : Die Erlösung" mit und geisterte als Rote Königin durch Tim Burtons verrückten Fantasy-Film "Alice im Wonderland".

Die Britin stammt aus einer gut situierten Familie, ihr Vater war Banker, die Mutter Psychoanalytikerin. Urgroßvater Herbert Henry Earl of Oxford and Asquith brachte es bis zum Premierminister (1908-1916), ihre Großmutter, Lady Violet Bonham Carter, war eine bekannte Politikerin und gehörte dem Unterhaus an. Eine solche Herkunft kann durchaus eine Bürde sein, aber Helena Bonham Carter wusste früh, dass sie Schauspielerin werden will.

Mit 15 trat sie in einem Werbespot auf, 1986 feierte sie ihr Debüt in Trevor Nunns Film "Lady Jane", bevor sie mit der Verfilmung von E.M. Forsters Roman "Zimmer mit Aussicht" ihren Durchbruch feierte. Ein durchaus zwiespältiger Erfolg, denn in der Folge schien die zierliche Lady auf Kostümfilme oder gediegene Shakespeare-Adaptionen abonniert zu sein. Sie spielte in den Literaturverfilmungen "Maurice", "Engel und Narren" und "Howards End" mit, gab die Ophelia in Franco Zefferellis "Hamlet" (1990) oder war in Kenneth Branaghs "Frankenstein"-Bearbeitung zusehen.

Mit dem Shakespeare-Mimen Kenneth Branagh war Helena Carter Bonham zwischen 1994 und 1999 liiert. Gemeinsam stand das Paar in dem ambitionierten Drama "Vom Fliegen und anderen Träumen" 1998 vor der Kamera - endlich einmal kein Kostümfilm. Bonham Carter spielte eine sterbenskranke, gelähmte Frau, Branagh einen verrückten Außenseiter. Aufsehen erregte auch ihr Part in dem provokanten Streifen "Fight Club" an der Seite von Brad Pitt und Edward Norton.

Danach war Helena Bonham Carter vor allem in den skurrilen Filmen ihres Partners Tim Burton zu sehen. Sie tummelte sich auf dem "Planet der Affen", sorgte für Gänsehaut als Hexe in dem grandiosem Südstaaten-Drama "Big Fish" und spielte in dem zuckersüßen Märchen "Charlie und die Schokoladenfabrik" an der Seite von Johnny Depp.

(APA/dpa)

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